Kandidat im Uni-Wettbewerb

- Deutschlands Top-Hochschulen sollen weltweit wieder in die Spitzenliga vordringen, meint Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD). Den Vorstoß, den Begriff "Elite" wieder ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, begrüßt der Präsident der Technischen Universität München, Professor Wolfgang A. Herrmann. Der TU-Chef ist aber auch der Meinung, dass es in Deutschland keine Hochschulen nach dem Vorbild von Harvard geben wird. Herrmann kann "gut leben" mit dem Vorschlag der Bundesregierung, einige Universitäten besonders zu fördern und würde sich mit der TUM der Herausforderung stellen. "Wir werden uns an jedem Wettbewerb, der Niveau hat, beteiligen", erklärt der TU-Chef. "Wir müssen das Bewusstsein für Leistung wieder in der Gesellschaft verankern. Die Gesellschaft soll wieder Forschung mit den Universitäten verbinden."

<P>Herrmann ist überzeugt, dass man deutsche Universitäten nicht zu Eliteuniversitäten nach dem amerikanischen Modell machen kann, sondern eher zu Spitzenuniversitäten, die sich als moderne Dienstleister etablieren sollen. "Unsere Universitäten sind in der Gesellschaft ganz anders verankert als in den Vereinigten Staaten. Eliteuniversitäten wie Harvard beruhen auf einer kulturellen Entwicklung. In Deutschland muss sich der Wettbewerb eher auf Kernkompetenzen einzelner Universitäten konzentrieren", sagt Herrmann.<BR><BR>Besonders begabte Studenten sollten aber nicht nur fachbezogen gefördert werden, betont der TU-Chef. "In Zukunft wird es viel mehr auf die soziale Einbindung und die Umgebung der Studenten ankommen." Seit ein paar Jahren gibt es schon die Ferienakademie an der TUM, in der Studenten in Gruppen Lösungen für bestimmte Fragestellungen erarbeiten.<BR>In diesem Sommer wird zudem an der TUM das Karl von Linde-Institut eröffnet. Hier sollen Studenten technischer Studiengänge auch kulturelles Verständnis vermittelt bekommen. "Ich kann in anderen Kulturkreisen nur Geschäfte machen, wenn ich dort richtig auftrete", erklärt Herrmann.<BR><BR>Herrmann sieht den Begriff "Elite" zwar durch die Geschichte vorbelastet, dennoch fordert er eine Neudefinition des Wortes, "frei von Dünkel". "Heute erfüllen engagierte, charakterlich gefestigte oder verantwortungsvolle Menschen die Voraussetzung Elite zu sein." Herrmann ist sich sicher, dass durch die Förderung von Eliten auch die Schwächeren gestärkt werden. <BR><BR>Die Aufgabe der bayerischen Eliteakademie sieht Herrmann in der speziellen Förderung besonders leistungswilliger junger Menschen und diese in die Pflicht zu nehmen, Verantwortung zu übernehmen, aber "mit dem richtigen Augenmaß". Eine weitere Möglichkeit, die soziale Kompetenz von begabten jungen Hochschulabsolventen zu fördern sieht Herrmann auch in der Möglichkeit, ihnen zunehmend Lehraufträge zu übertragen. "Hiermit kann man schnell ihre persönliche Entwicklung fördern."<BR></P><P> </P>

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