Kartellamt verbietet Videoplattform von Privatsendern

Bonn - Das Bundeskartellamt hat die geplante Online-Videoplattform der privaten TV-Konzerne ProSiebenSat1 und RTL endgültig untersagt.

Die Sendergruppen hätten in ihren jüngsten Stellungnahmen die wettbewerblichen Bedenken der Behörde nicht ausräumen können, teilte die Behörde am Freitag in Bonn mit. Die Unternehmen hätten sich nicht bereit gezeigt, an der geplanten Konzeption des Vorhabens grundlegende Änderungen vorzunehmen. Eine weitergehende Öffnung der Plattform in technischer Hinsicht sowie für andere Anbieter sei nicht angeboten worden.

“Die Gründung der gemeinsamen Plattform würde das marktbeherrschende Duopol der beiden Sendergruppen auf dem Markt für Fernsehwerbung weiter stärken“, sagte Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt. Das Projekt biete in der konkret geplanten Form keine Gewähr dafür, die zu erwartenden Nachteile für den Wettbewerb aufzuwiegen.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Die Unternehmen können innerhalb eines Monats Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen. In einer Stellungnahme kritisierte RTL die Entscheidung. Es würden gerichtliche Schritte dagegen erwogen, hieß es.

RTL und ProSiebenSat1 hatten im August 2010 die Pläne für die Plattform vorgestellt, die nach dem Vorbild der US-Plattform Hulu USA Internetnutzern Zugriff auf ganze Serien, Filme, Shows oder Nachrichtensendungen bieten sollte. Beide Sender wollten auf der Plattform jeweils ihre eigenen Programme präsentieren. Das Angebot sollte aber auch für andere Sender und Anbieter offenstehen. Für die Plattform war auch die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft geplant.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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