Kein Platz an der Sonne

- Jetzt sind wir alle Sonnenkinder. Auch an den Stränden der bayerischen Seen aalen sich die Menschen. Doch während die Strahlen den einen sanft auf der Haut kitzeln, jucken den anderen bald Pusteln. Etwa jeder fünfte Bundesbürger leidet unter einer so genannten Sonnenallergie. Hinter dem Juckreiz verbergen sich allerdings verschiedene Erkrankungen.

"Die häufigste Form der Sonnenallergie ist die polymorphe Lichtdermatose", sagt Dr. Bernadette Eberlein-König von der Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der TU München. Forschungen zufolge leiden bis zu 21 Prozent der Mitteleuropäer daran. Frauen sind siebenmal häufiger betroffen als Männer. Warum, weiß man nicht.

Ist die Haut noch nicht an die Sonne gewöhnt, entwickeln sich bei den Betroffenen leicht Quaddeln, juckende Flecken und Knötchen. Anfällig sind besonders Körperstellen, die wenig dem Licht ausgesetzt sind wie Dekolleté´, Arme, Beine und Schultern. Erste Linderung bringen Cortison-Salben. Die Beschwerden klingen allerdings meist nach zwei Wochen Sonnen-Gewöhnung von selbst wieder ab.

Auch Kosmetika können zu Sonnenallergie führen

Wer sensibel auf die Sonne reagiert, muss deswegen aber nicht auf einen Urlaub im Süden verzichten. Eberlein-König rät, sich schon zu Hause behutsam an die Sonne zu gewöhnen. Bereits vor dem Urlaub kann man Cremes mit Antioxidantien auftragen. "Sie verbessern die Wirkung von Sonnenschutzmitteln", sagt die Ärztin. In schweren Fällen rät sie zu einer Phototherapie. Diese sollte bereits vier Wochen vor dem Urlaub begonnen werden. Auch Provitamin-A- oder Kalzium-Tabletten sollen vorbeugend wirken. Eine Immunisierungs-Therapie wie bei einer Pollen-Allergie gibt es indes nicht.

Warum die Haut vieler Menschen auf Sonne mit Jucken reagiert, ist noch nicht völlig geklärt. Mediziner gehen davon aus, dass bei etwa 80 Prozent der Betroffenen die langwelligen UV-A-Strahlen, die sich auch durch Fensterglas nicht abschirmen lassen, für das Leiden verantwortlich sind. Sie sind an der Bildung von zellschädigenden Verbindungen, so genannten Freien Radikalen, beteiligt. Was das Immunsystem aber letztlich überschießen lässt, ist unklar. Um eine Allergie im streng medizinischen Sinne handelt es sich nicht.

Die Beschwerden können allerdings auch andere Ursachen haben. Zum Beispiel bei der phototoxischen Reaktion. Die Haut reagiert gereizt auf Substanzen, die durch die Sonnenstrahlen "giftig" werden, zum Beispiel bei Johanniskraut.

Bei der so genannten photoallergischen Reaktion sind häufig Fette und Emulgatoren die Auslöser, die in vielen Sonnenschutzmitteln enthalten sind. Auch Duftstoffe in Kosmetika und zum Beispiel Süßstoff (Cyclamat) können sie hervorrufen. Fetthaltige Sonnenschutzmittel sind wahrscheinlich auch an der Mallorca-Akne schuld. Treffen sie auf der Haut mit Sonnenlicht zusammen, entstehen akneartige Knötchen.

Um festzustellen, ob und welche Stoffe den Körper provozieren, ist ein spezieller Allergietest sinnvoll. Insgesamt gilt jedoch: Sonne immer mit Maß. Denn zu viel kann zu Hautkrebs führen.

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