Kein Richteramt mit Jura-Master

- Bachelor und Master dürfen nach Ansicht der deutschen Hochschul-Juristen nicht zum Regelabschluss für Jurastudenten werden. Einstimmig warnten Deutschlands Juristen bei ihrem diesjährigen Fakultätentag an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität davor, mit diesen Studienabschlüssen den Weg zu klassischen juristischen Berufen wie Notar oder Richter zu gehen.

<P>"In einem dreijährigen Bachelor kann man keine Berufsfertigkeit als Jurist erlangen", betonte der Vorsitzende der Tagung, Professor Peter M. Huber. "Eine solche Ausbildung kann man allenfalls parallel einführen für Leute, die eine juristische Grundausbildung haben wollen, um dann zum Beispiel Theaterregisseur oder Journalist zu werden." An sechs deutschen Universitäten können Jurastudenten auf dem Weg zum Staatsexamen inzwischen einen Bachelor erwerben, unter anderem an der privaten Bucerius-Law-School in Hamburg.<BR><BR>Den Weg zum Richteramt oder einer Tätigkeit als Notar soll der Bachelor nach dem Willen der Vertreter aller 42 deutschen Jura-Fakultäten aber weiterhin nicht ebnen. Dafür habe sich das Staatsexamen über 200 Jahre bewährt. "Unser Fach lässt sich nicht in das Schema drei Jahre Bachelor plus zwei Jahre Master pressen", sagte Huber. Hinter den Bestrebungen deutscher Wissenschaftspolitiker, Jura gemäß dem Bologna-Prozess umzustellen, vermute er "ein Sparmodell". <BR><BR>Im Einklang mit Bayerns Justizministerin Beate Merk wehrten sich die Juristen auch gegen den Vorwurf, die Universitäten versagten bei der Examensvorbereitung. Zwar besuche mehr als die Hälfte der Studenten vor dem Examen Kurse bei einem kommerziellen Repetitor. "Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass gerade die Absolventen der von den Universitäten angebotenen Examinatorien und Klausurenkurse überdurchschnittliche gute Examensergebnisse aufweisen", so Merk.<BR><BR>Obwohl die Jura-Fakultäten Angebote wie Probe-Examina in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet hätten, sei die Zahl der Studenten, die zum Repetitor gehen, nicht gesunken, berichtete Huber. Dabei sei die Qualität dieser kostspieligen Examensvorbereitung nicht unbedingt höher als die der kostenlosen hochschuleigenen Angebote. "Man muss nicht einmal Jurist sein, um als Repetitor tätig zu werden", so Huber.<BR></P>

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