Keine Angst vor der Zukunft

- Keine Angst vor der beruflichen Zukunft haben die Industrie-Designer der Fachhochschule München (FHM). Trotz Wirtschaftsflaute bangen die diesjährigen Absolventen des Diplom-Studiengangs Industrial Design nicht um einen Arbeitsplatz - im Gegenteil: Viele haben schon während des Studiums Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern geknüpft.

<P></P><P>"Ich arbeite schon seit eineinhalb Jahren in einem Gestaltungsbüro und bin dort von Konstruktion über Entwurf bis zur Produktion voll in die Arbeit integriert", sagt selbstbewusst der 30-jährige Thomas Buhl. Seine Diplomarbeit ist der Entwurf einer Funktionsliege, deren Liegefläche sich um 90 Grad im Kreis drehen lässt. So kann sich der Liegende je nach Wunsch dem Fernseher oder einem Gesprächspartner zuwenden.</P><P>Mit einer Innovation für Wintersport-Orte wollen Saskia Heumann und Daniela Weißenberger den Pisten-Spaß erhöhen. Ihre Idee: Als Bar ausgebaute Gondeln kommen samt Bierfass und Musik-Anlage zum durstigen Skifahrer und lassen sich abends wieder in der Gondel-Garage verstauen. "Die Bar kann weggeräumt werden und verschandelt so nicht den Gipfel", erklären die zwei 25-jährigen Diplom-Designerinnen. Sie konnten ihre Idee bereits an einen großen Hersteller für Ski-Gondeln verkaufen, der die Idee sogar bald umsetzen möchte.</P><P>"Wir haben die Firma einfach angerufen und gefragt, ob sie unsere Diplomarbeit unterstützen will. Die waren so begeistert, dass sie uns gleich einen Prototyp gebaut haben", freut sich Saskia. Mit ihrer Freundin Daniela arbeitet sie jetzt, kurz nach Studienabschluss, auf freiberuflicher Basis an der Gondel weiter und hat so den Einstieg ins Berufsleben geschafft.</P><P>"Ideen zu haben ist das, was die Wirtschaft braucht. Wir versuchen, unsere Studenten in die Lage zu versetzen, kreativ zu denken", schildert Gestaltungs-Professor Wulf Schneider das Konzept des Studiengangs. Die FHM bemühe sich darum, den Studenten einen fließenden Übergang vom Hochschul- ins Berufsleben zu ermöglichen. Wenn auch einige Arbeiten aus den Reihen der 30 Absolventen sehr futuristisch anmuten, so ist sich Schneider doch sicher, dass seine Abgänger wissen, was die Industrie will. Soll heißen: Nicht allein zukunftsweisendes Design bestimmt die Entwürfe. Die Designer machen sich durchaus auch Gedanken zu Funktionalität oder lassen Umweltschutz-Aspekte mit einfließen.<BR>So wie André Georgi, dessen Idee womöglich auch eines Tages in Originalgröße gebaut werden wird: Ein Schneemobil für die Antarktis, das nicht mehr - wie heute üblich - mit Dieselkraftstoff sondern mit Brennstoffzellen angetrieben wird. Das Passagiermodul lässt sich von den beiden Ketten, auf denen es fährt, ohne weiteres abkoppeln. Jedes der Kettenmodule wird dann zum Schnee-Scooter für je einen oder zwei Fahrgäste.</P><P>Jährlich zum Wintersemester nimmt die FHM rund 30 Studierende in den Diplomstudiengang Industrial Design auf. Bewerber müssen eine Mappe mit eigenen Arbeiten einschicken. Die besten werden zu einer zweitägigen Aufnahmeprüfung eingeladen.</P>NICOLAS A. ZEITLER

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