Keine Mitsprache für Studenten

- Auf geteiltes Echo stößt der Bericht der Mittelstraß-Kommission zur Zukunft des "Wissenschaftslandes Bayern" bei den Münchner Studenten. Der AStA der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) kritisiert unter anderem das "undurchsichtige Zustandekommen" des Experten-Berichts. Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) nimmt die Empfehlungen "erfreut" auf.

<P>"Weder Studenten noch der wissenschaftliche Nachwuchs wurden zur Zukunft der Hochschulen befragt", sagt verärgert Daniel Fritsch, hochschulpolitischer Referent des LMU-AStA. "Dabei reden wir ja nicht über reine Forschungseinrichtungen."<BR><BR>Inhaltlich kann Fritsch den Mittelstraß-Vorschlägen gleichwohl Positives abgewinnen. "Es freut uns zum Beispiel, dass darin vorgeschlagen wird, kleine Fächer, die die LMU schließen wollte, zu erhalten", so Fritsch. Gerne verweist er auch auf die Aussage der Experten, Studiengebühren allein reichten zur finanziellen Besserstellung der Hochschulen nicht aus. "Das bestätigt unsere Vermutung, dass Gebühren die Studienbedinungen nicht wirklich verbessern können."<BR><BR>RCDS trägt Forderung nach mehr Autonomie mit</P><P>Der RCDS begrüßt vor allem die von der Kommission erhobenen Forderungen nach mehr Profilbildung und Hochschul-Autonomie. So fordert die CSU-nahe Studentengruppe zum Beispiel, dass die Hochschulen ihre Studenten verstärkt selbst auswählen und Studiengebühren nach eigenen Vorstellungen ausgestalten können.<BR>Die von dem Konstanzer Philosophen Jürgen Mittelstraß geleitete Kommission hatte vergangene Woche Empfehlungen für eine umfassende Umgestaltung der bayerischen Hochschullandschaft vorgelegt. <BR><BR>Gefordert wird darin unter anderem:</P><P>Cluster-Bildung: Vor allem für München empfiehlt die Kommission eine stärkere Zusammenarbeit ortsansässiger Einrichtungen. Im Zentrum sollen exzellente Unis stehen, die mit FHs und beispielsweise Max-Planck-Instituten auf bestimmten Gebieten zusammenarbeiten.<BR><BR>In München soll es vier Campi geben: Lebenswissenschaften in Großhadern/Martinsried, technikorientierte Natur- und Ingenieurwissenschaften in Garching, Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften in der Innenstadt und Agrar-, Umweltwissenschaften und Tiermedizin in Weihenstephan.</P><P>Medizin in München: Für die Zukunft wird die Bildung einer einzigen Medizinfakultät und eines Uni-Klinikums mit zwei Standorten (Großhadern und rechts der Isar) vorgeschlagen. Alle Grundlagenfächer der Medizin sollen in Großhadern/Martinsried zusammengeführt werden, wo auch ein biomedizinischer Campus mit eigenem Forschungsdekan empfohlen wird.</P><P>Fachhochschulen: Auch für die FHs schlägt die Kommission Konzentrationen, einschließlich der Streichung bestimmter Fächer an einzelnen Standorten vor. In Bauingenieurwesen und Architektur etwa sollte, gemäß der Arbeitsmarkt-Entwicklung, die Zahl der Studienplätze um 25 bzw. 40 Prozent reduziert werden. Studienangebote im Bereich Medien müssten ihr Profil schärfen.<BR></P>

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