Kino-Gefühl daheim: So will die Unterhaltungs-Branche aus der Krise

- Berlin - Die von einem beispiellosen Preiskrieg geprägte Branche gehörte in den letzten Jahren nicht zu den Schrittmachern der Wirtschaft. Viele renommierte Unternehmen der Unterhaltungselektronik blieben auf der Strecke. Doch jetzt richten sich Konjunkturhoffnungen auf die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin, die ein Aufbruchsignal zur digitalen Wohnzimmer-Unterhaltung verspricht - und wieder volle Kassen bei Herstellern und Händlern.

<P>Der Haupttrend ist das Zusammenwachsen von Computer und Unterhaltungselektronik. Beides basiert auf Digitaltechnik. Der Spielfilm am Computer ist genauso möglich wie das Internet am Fernseher. In der Praxis werden zunächst andere Aspekte dieser Entwicklung spürbar.<BR><BR>Kino daheim</P><P>Die Flachbildschirme stehen nun auch an Unterhaltungsgeräten vor dem Durchbruch. Das ermöglicht, vor allem in Verbindung mit der Raumklangtechnik Dolby Surround, Kino-Erlebnis daheim. Zweistellige Wachstumsraten versprechen sich die Hersteller von Plasmageräten, dreistellige gar die von Flüssigkristall-Bildschirmen. Dagegen wandern die Röhrengeräte mit einem erwarteten Minus von 11 % in Richtung Technikmuseum.<BR><BR>Speicher aufgeräumt</P><P>Ein ganz ähnliches Schicksal droht auch den Videorekordern. Festplatten und beschreibbare DVDs gelten als die Speichermedien der Zukunft. Die Geräte für die kleinen Video-Silberscheiben lesen auch die herkömmlichen Audio-CDs. Damit kann auch der CD-Spieler aufs Altenteil. Allerdings kämpfen beim Beschreiben vier unterschiedliche Technologien der Hersteller gegeneinander: DVD+R, DVD-RW, DVD+RW und DVD RAM vertragen sich nicht. Nur die wenigsten Geräte kommen mit mehreren der verfeindeten Techniken klar.<BR><BR>Film auf Platte</P><P>Erste DVD-Geräte haben auch einen Festplatten-Recorder. Sie könnten das einzige Aufnahme- und Abspielgerät im Wohnzimmer werden. Festplatten-Rekorder, die es auch als Einzelgeräte gibt, ermöglichen mehrere Zugriffe gleichzeitig. Während ein Film noch aufgenommen wird, kann man ihn gleichzeitig zeitverzögert ansehen - und, wenn man will, die lästigen Werbepausen überspringen.<BR><BR>Ende des Kabelsalats</P><P>Ein positiver Nebenaspekt der Digitalisierung ist auch, dass sich die in Bits und Bytes verpackten Bilder und Klänge, ohne Qualitätsverlust drahtlos von einem zum anderen Gerät übertragen lassen. Der Kabelsalat an der Stereoanlage hat also auch allmählich ausgedient. Es gibt mehrere Technologien, die die Digitalgeräte zum Unterhaltungs-Netzwerk (oder "Home Entertainment-Network") verbinden. Einzelne Hersteller bieten entsprechende Lösungen für Audi- und Videoanlagen an.<BR><BR>Für die Verbraucher wird sich also einiges ändern. Doch der Wettbewerb wird damit nicht geringer. Die Hersteller von Unterhaltungselektronik bekommen neue Konkurrenz, denn auch die Computerhersteller wie Microsoft mit dem Media-Center-PC, drängen in den Markt.<BR><BR>Der ist hart umkämpft. Das zeigt auch die Statistik der Funkausstellung. Die bisherige Rekordbeteiligung von 958 Ausstellern wird überboten. Erstmals wird bei der IFA 2003 mit 1007 Anbietern die magische Grenze von 1000 übersprungen. 65 Prozent kommen aus dem Ausland.</P>

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