Kinohits kommen künftig aus dem Netz

- Samstagabend. Zwischen Volksmusik und Traumschiff herrscht Flaute im Fernsehprogramm, draußen Schmuddelwetter und wieder einmal leer geräumte Regale in Videothek und DVD-Automat. Wer einen PC mit Internetanschluss besitzt, ist jetzt fein raus, denn er hat eine Alternative zu TV und Leih-DVD. "Video on Demand" nennt sich der Leihservice aus dem Internet, mit dem man sich aktuelle Kinohits auf den PC holen kann. "Video on Demand", das legale Herunterladen von Filmen aus dem Internet ist nicht neu, aber erst durch schnelle Übertragungstechniken wie ISDN und DSL wirklich interessant geworden.

<P>3 bis 4 Euro für einen Film</P><P>In Deutschland gibt es bislang zwei große Anbieter für "Video on Demand": T-Online und Arcor. Unter www.t-online-vision. de wartet das Filmangebot, das allerdings vorerst nur für T-Online-Kunden zur Verfügung steht. Die Beschränkung hat für die Nutzer von T-Online den Vorteil, dass sie sich für den Film-Download nicht extra anmelden müssen - ihre Daten sind ja durch den Internetzugang via T-Online bereits bekannt. Das Filmangebot ist recht umfangreich, aktuell und nach Genres geordnet. Eine "Guided Tour" erklärt Schritt für Schritt, wie man "Video on Demand" nutzt. Die Kosten für den Download eines Films betragen drei bis vier Euro, aber es gibt auch kostenlose Filme. <BR><BR>Nach dem Download darf man den Film 24 Stunden lang so oft ansehen, wie man möchte. Damit der Jugendschutz gewährt ist, gilt für Filme mit Altersbeschränkung eine gesonderte Registrierung über das PostIdent-Verfahren. Die Bezahlung bei T-Online ist einfach: Die Gebühren werden mit der Telefonrechnung eingezogen. <BR><BR>Rosige Zukunft prognostiziert</P><P>"Video on Demand" bei Arcor steht allen Filmfreunden offen - erforderlich ist aber eine Registrierung bei www.arcor.de/vod, bei der die Daten des Personalausweises verlangt werden. Die Arcor-Videothek ist ähnlich gut sortiert wie bei T-Online und auch bei Preisen und Jugendschutz gibt es keine Unterschiede. Anders ist hier die Bezahlung: Die Leihgebühr wird per "Micropayment" beglichen. Dafür muss man bei seiner Bank eine sog. Kleingeldbörse einrichten, von der die Kosten für die Downloads abgebucht werden.</P><P>Konkurrenz droht Arcor und T-Online jetzt durch den Anbieter HanseNet, www.hansenet.de, der im Augenblick mit dem Slogan "Alice kommt" (www.alice-kommt. de) in deutschen Großstädten kräftig die Werbetrommel für seine DSL-Angebote rührt. Bei HanseNet gibt es ein Paket für Filmfreunde mit dem Namen "Alice Movie", bei dem man "Video on Demand" nutzen, E-Mails über den TV-Schirm verschicken und sogar analog telefonieren kann. Vorerst ist das "Video on Demand"-Angebot jedoch nur für HanseNet-Kunden im Raum Hamburg verfügbar.<BR><BR>Auch wenn "Video on Demand" heute mehr Freunde gefunden hat, ist es noch keine Alternative zu Filmen auf DVD. Die Bildqualität einer DVD ist besser und für die gleiche Leihgebühr wie beim "Video on Demand" erhält man zusätzliche Sprachversionen und andere Extras. Zwar kann man den Leihfilm aus dem Internet wie eine DVD am TV-Schirm ansehen, nur braucht man zusätzliche Verbindungskabel - oder einen Decoder. <BR><BR>Letztlich fallen beim Video on Demand noch zusätzliche Online-Kosten an: Ohne DSL-Anschluss dauert der Film-Download lästig lange und wer keine monatliche Flatrate hat, der muss mit zusätzlichen Verbindungskosten für den Filmspaß am PC rechnen. Deshalb fährt man mit den drei Euro Leihgebühr für die DVD aus der Videothek im Augenblick noch billiger - sofern man nicht mit dem Auto kilometerweit dorthin fahren muss. Und: In ein paar Jahren sieht die Kostenrechnung sicherlich schon völlig anders aus.</P><P>Adressen<BR>www.t-online-vision.de <BR>www.arcor.de/vod<BR>www.hansenet.de<BR>www.alice-kommt.de<BR><BR></P>

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