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Bei Systemkameras gibt es das passende Objektiv für jedes Motiv. Man muss aber nicht gleich alles anschaffen. Foto: Andrea Warnecke

Klein starten: Systemkamera nach und nach ausbauen

Ambitionierte Hobbyfotografen lassen keine Zweifel aufkommen: Es sollte eine Kamera sein, an der sich auch alles manuell einstellen lässt, und deren Objektive wechselbar sind. Das geht aber ins Geld.

Berlin (dpa/tmn) - Die perfekte Kamera-Ausstattung braucht niemand von Beginn an, sagen Experten. Empfehlenswert sei es, klein anzufangen, zunächst nur die Kamera und ein Zoomobjektiv zu kaufen, und die Ausrüstung dann nach und nach auszubauen.

Systemkameras bieten einen großen Bildsensor, Top-Farben und einen sehr guten Kontrast auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Allerdings braucht man je nach Motiv auch die passenden Wechselobjektive, berichtet das "test"-Magazin "Spezial Kameras" (Ausgabe Juli 2015). Dazu gehören etwa ein Tele oder Telezoom für Sport- und Tierfotos, ein leichtes Tele für Porträts, ein starkes Weitwinkel für Gruppen- und Panoramafotos oder ein Superzoom, das viele Aufnahmesituationen abdeckt.

Zum Beantworten der Frage, ob es eine Systemkamera ganz klassisch mit oder ohne Spiegel sein soll, hilft es, die Vor- und Nachteile zu kennen. Spiegelreflexkameras bieten einen optischen Sucher mit einem klaren, natürlichen Bild wie beim Blick durch ein Fenster. Er braucht aber auch entsprechend viel Licht, erklären die Warentester.

Die andere Variante bei manchen spiegellosen Systemkameras sind elektronische Sucher, die das Sucherbild auf einem kleinen Monitor direkt vor dem Auge zeigen. Das ermöglicht Einblendungen von Werkzeugen und Funktionen vom Scharfstellen bis hin zu einer Grafik für die Belichtungssteuerung (Histogramm). Vorteilhaft ist, dass ein elektronischer Sucher das Motiv auch bei Dämmerlicht ausreichend hell zeigt. Ein Nachteil: Bei schnellen Schwenks verschwimmt die elektronische Anzeige vor dem Auge für den Bruchteil einer Sekunde.

Bei beiden Varianten gilt grundsätzlich: Sucher zeigen das Motiv abgeschirmt direkt vor dem Auge. Mit ihnen lässt sich das Motiv besser anvisieren, der Ausschnitt für das Foto lässt sich präziser bestimmen, so die Experten.

Es gibt aber auch spiegellose Systemkameras, die gar keinen Sucher haben. Das macht sie noch kleiner und leichter, zur Bildkontrolle gibt es immer noch das meist klappbare Display. Wer sich nicht sicher ist, ob ihm der Sucher als Instrument zur Bildgestaltung vielleicht irgendwann einmal fehlen wird, sollte den Angaben zufolge darauf achten, dass für das Modell zumindest ein Aufstecksucher als Sonderzubehör verfügbar ist. Allerdings kann diese Hintertür teuer werden: Optionale elektronische Aufstecksucher kosten bis zu 450 Euro. Außerdem blockieren sie den Blitzschuh der Kamera.

Kein Qualitätskriterium ist übrigens die reine Anzahl der Bildpunkte auf dem Bildsensor - entscheidend ist seine Größe. Große Sensoren verbessern Detailwiedergabe und Kontrast, erklären die Warentester. Damit die Kamera perfekt funktioniert, dürfe ein großer Sensor ruhig viele Bildpunkte haben, ein kleiner eher weniger. Oft lasse sich die Bildqualität durch Einstellen einer geringeren Bildauflösung sogar verbessern. Geringere Auflösungen machten die Kamera mitunter auch schneller und sparen natürlich Speicherplatz.

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