Kleinstlebewesen unterm Lichtmikroskop

- Noch ist das Labor, in dem Berenike Maier bald forschen wird, unbenutzt. Leere Regale und Tische warten darauf, wissenschaftliches Leben eingehaucht zu bekommen. "Nächste Woche wird das große Lichtmikroskop angeliefert, das Herzstück meiner Arbeit", erzählt die Biophysikerin, die im Department für Physik der Ludwig-Maximilians-Universität zur Zeit eine eigene junge Forschungsgruppe aufbaut.

<P>Seit drei Monaten ist Berenike Maier jetzt an der Uni. Sie ist Stipendiatin des Emmy-Noether-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Dieses Stipendium bietet jungen Nachwuchswissenschaftlern erst einen zweijährigen Auslandsaufenthalt, danach können sie vier Jahre lang in Deutschland eine eigene Forschungsgruppe aufbauen. Das Förderprogramm ermöglicht die Qualifikation für eine Hochschullehrer-Laufbahn. <BR><BR>Berenike Maier hat die ersten zwei Jahre an der Columbia-University in New York bereits absolviert. Jetzt hat es sie wieder nach München gezogen, wo sie zuvor an der Technischen Universität Physik studiert hatte.<BR><BR>Die 32-Jährige forscht im Nanokosmos, also im Kleinsten, was die Natur hervorbringt. Ihre Untersuchungsobjekte sind nicht größer als ein tausendstel Millimeter (ein Mikrometer). Die Biophysikerin will herausfinden, wie sich Bakterien fortbewegen. <BR><BR>"Bakterien verwenden dazu so genannte molekulare Maschinen", erklärt Maier. "Diese molekularen Maschinen bestehen aus winzigen Fortpflanzungen an der Außenseite von Bakterien, die wie Greifarme ähnlich wie Tentakeln funktionieren", sagt Maier. "Sie wandeln chemische in mechanische Energie um." Ohne diese Greifarme wären viele Bakterien nicht infektiös. <BR><BR>Die Kräfte, die die molekularen Motoren dabei entwickeln, sind minimal. "Mit den Methoden der Nanotechnologie können wir Kräfte von weit weniger als einem Milliardstel Newton messen. In diesem Bereich liegt die Kraft, die molekulare Maschinen entwickeln", erklärt Maier. <BR><BR>Zurück nach München haben sie vor allem die relativ guten Forschungsbedingungen für Nanowissenschaftler gebracht. "Hier gibt es das ,Center for Nanoscience", über das man viele Forschungsaktivitäten mit anderen Arbeitsgruppen koordinieren kann", sagt Maier.<BR><BR>Ungeduldig erwartet sie jetzt erst einmal auf ihr Lichtmikroskop, das ihr bald weitere Geheimnisse verraten wird, etwa, wie molekulare Motoren Bakterien vorantreiben können.<BR><BR></P>

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