Von der Kohleninsel zur Technik-Oase

- Das Deutsche Museum in München bereitet sich auf ein Jubiläumsjahr vor: Im Juni 2003 feiert es seinen 100. Geburtstag. Grund genug für die Freunde und Förderer des Museums, einen umfangreichen Bildband zu veröffentlichen. In ihm ist die wechselvolle Geschichte eines der weltweit größten Technikmuseen in historischen Fotografien und informativen Texten zusammengefasst.

Unter dem Namen "Kohleninsel" war das Eiland zwischen den beiden Armen der Isar mitten in München um die letzte Jahrhundertwende bekannt. Auf dem öden Landstrich wurde vorwiegend Kohle gelagert, eine schmucklose Kaserne war das einzige Gebäude. Regelmäßig wurde die Insel überschwemmt, denn Befestigungen fehlten.<BR><BR>Die Idee, auf der Insel ein Museum zu gründen, kam von einem der berühmtesten Münchner seiner Zeit, dem Bauingenieur Oskar von Miller. Am 28. Juni 1903 beschloss die Jahrestagung des Vereins der Deutschen Ingenieure die Gründung eines Museums von "Meisterwerken der Naturwissenschaft und der Technik". Bald wurde der Name in "Deutsches Museum" umgewandelt.<BR><BR>Einen konzeptionellen Einschnitt erfuhr das Museum nach dem Krieg: Die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit den Universitäten verstärkte sich. 1963 wurde das erste Forschungsinstitut eröffnet. Heute umfasst die Exponate-Sammlung des Museums rund 80 000 Objekte. Nur ein Viertel davon kann aus Platzgründen ausgestellt werden. Wissenschaft und Technik kann aber mehr und mehr auch in Experimentalvorführungen hautnah erlebt werden, wie es heute in der Chemieabteilung oder in der Starkstromtechnik geboten wird.<BR><BR>Der Platz für die vielen Ausstellungsstücke und Vortragsräume wird knapper und knapper, sodass immer mehr Abteilungen ausgegliedert werden müssen aus dem Stammgelände auf der ehemaligen Kohleninsel.<BR>1992 verlegte man zum Beispiel 55 Flugzeuge in die Flugwerft Schleißheim. Hier können die Besucher jetzt den Restauratoren bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen.<BR><BR>Zur Zeit wird der "Landverkehr" auf die Theresienhöhe ausgelagert. Im Frühjahr 2003 soll die "Zweigstelle" eröffnet werden.<BR><BR>Diese Maßnahme wiederum schafft Raum für das Zentrum Neue Technologien (ZNT) auf der Museumsinsel. Hier wird sich in Zukunft alles um molekulare und digitale Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts drehen. In dem Bildband des Deutschen Museums sind nun alle wichtigen geschichtlichen Meilensteine erläutert. Die eindrucksvollsten Exponate werden in Bildern vorgestellt, in den wissenschaftlichen Zusammenhang eingeordnet und mit Hintergrundinformationen angereichert. <BR><BR>Der Bildband ist für 19.95 Euro direkt im Museum oder für 29.95 Euro im Buchhandel erhältlich. Das Buch gibt einen gelungenen Abriss der Wissenschafts- und Technikgeschichte über die letzten Jahrhunderte.

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