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Kombi-Blick ins Innere des Körpers

- In der modernen Krebsdiagnostik und -therapie spielen die bildgebenden Verfahren eine wichtige Rolle. Die neuen Techniken, die Kombinationsbilder aus dem Körperinneren liefern, helfen dem Arzt bei der sicheren und schnelleren Diagnose: Auf diesem Bild ist ein Kranker zu sehen, der an schwarzen Hautkrebs leidet und bereits im Bauch und in der rechten Achselhöhle Metastasen (Tochtergeschwülste) hat.

Fünf deutsche Klinikzentren, darunter die Nuklearmedizinische Klinik im Klinikum rechts der Isar der TU München, erproben derzeit in der Krebsmedizin ein Kombigerät - das so genannte PET-CT, das Schichtbilder aus dem Körperinnern mit Darstellungen des Zuckerstoffwechsels kombiniert. Es ermöglicht dem Arzt zugleich den Blick in die Organe und auf bestimmte Vorgänge in ihnen.<BR><BR> Die Kombination von CT und PET ist eine logische Folge zweier sehr erfolgreicher Diagnostik-Methoden: Die anatomische Lage und Form von Organen und Strukturen wird mit der Computertomographie (CT) oder der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) dargestellt.<BR><BR>Seit einem Jahrzehnt gibt es aber auch Methoden, die den Stoffwechsel im lebenden Menschen - ohne Gefahren für den Patienten - mit Hilfe von kurzlebigen radioaktiven Stoffen untersuchen. <BR><BR>Als das wichtigste Gerät betrachten die Mediziner hier PET, die Positronen-Emissions-Tomographie. Bei dieser Methode wird dem Patienten eine Spritze mit radioaktivem Zucker (Fluor-18-Deoxyglukose) in eine Armvene gespritzt. Die Substanz reichert sich dann in Organen oder Geweben mit besonders hohen Stoffwechsel-Vorgängen an.<BR><BR> So kann der Neurologe das Stoffwechselgeschehen im Gehirn und der Kardiologe im Herzmuskel beobachten. Der Krebsspezialist wiederum interessiert sich vor allem für den gesteigerten Zuckerstoffwechsel in den unterschiedlichsten Tumorarten.<BR><BR>Der Patient wird etwa eine Stunde nach der radioaktiven "Zuckerspritze" in eine Röhre mit einer speziellen, strahlen-sensitiven Kamera geschoben, die dann die Strahlung, die an den Zucker gekoppelt ist, misst und die Strahlungsstärken für die verschiedenen Körperregionen als Leuchtbild darstellt. Nur für das Gehirn braucht man eine andere Untersuchungssubstanz, weil sein Zuckerstoffwechsel immer aktiv ist (und daher auf dem Bild leuchtet).<BR><BR>Die kombinierten PET-CT-Bilder aus dem Innern des Körpers ermöglichen sehr differenzierte Entscheidungen für die weitere Therapie: "Wir erwarten uns von dem Verfahren eine schnellere und effizientere Bildgebung bei Krebspatienten, aber auch für neue Projekte in der Herzforschung", erläutert Professor Markus Schwaiger, Medizin-Dekan der TU München und Direktor der Nuklearmedizinischen Klinik das Supergerät, mit dem - gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Bonn) jetzt verschiedene Forschungsprojekte durchgeführt werden.<BR><BR>Von einem Tumorpatienten können innerhalb von 10 bis 20 Minuten vom gesamten Körper Bilder gewonnen werden, die dem Arzt die Körperstrukturen mit größter Genauigkeit zeigen und außerdem die Zuckerstoffwechsel-Aktivität in den Körperregionen darstellen. Die Münchner Kliniker sind vom PET-CT begeistert: "Für den Chirurgen bringt dieses Verfahren gerade für das bessere Erkennen von Tumor-Tochterabsiedelungen (Fernmetastasen) viele Vorteile", urteilt der Ärztliche Direktor der Chirurgischen Klinik der TUM, Professor Jörg Rüdiger Siewert. <BR><BR>Mit der neuen Methode könne auch das Ansprechen oder Versagen von bestimmten Chemotherapien bei einem Patienten innerhalb kurzer Zeit erkannt werden, so Siewert: "Vor allem beim Speiseröhrenkrebs ist diese Methode jetzt sehr wichtig, beim Magenkrebs und Enddarmkrebs wird sie derzeit in Studien untersucht." <BR><BR>

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