Kometen-Abenteuer Rosetta

- Das neueste europäische Weltraumabenteuer heißt Rosetta. Die europäische Raumfahrtagentur ESA will am 26. Februar, um 8.16 Uhr MEZ, vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana die Mission "Rosetta" auf einer Ariane 5-Rakete ins All schicken.

<P>Die mit Treibstoff rund drei Tonnen schwere Sonde soll ein Landegerät, der Roboter "Philae" mit elf Forschungsinstrumenten, zum Kometen Wirtanen bringen. Wenn alles planmäßig verläuft, soll sich der 100 Kilo schwere "Philae" im November 2014 ausklinken und auf Churyumov-Gerasimenko, einem kosmischen Schneeball aus Staub, gefrorenen Gasen und Wassereis landen. <BR><BR>Die schwierige, bisher noch nie gewagte Kometenlandung wird beim DLR (dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in Köln-Porz, im Lander-Kontrollzentrum vorbereitet und betreut.<BR><BR>Ursprünglich hatte die ESA die Rosetta-Mission als reine Orbiter-Reise geplant. Auch so wäre sie schwierig genug: Je nach Sonnenabstand ist der Komet mal 100 000, mal 10 Millionen Kilometer pro Stunde schnell.<BR><BR>Der Lander Philae, der erst später zu der Mission hinzukam, sei aber der wichtigste und wissenschaftlich aufregendste, allerdings auch risikoreichste deutsche Beitrag zu der Mission, betont die DLR stolz. Die Idee für den Lander hatten zwei deutsche Wissenschaftler: der Planeten- und Kometenforscher Helmut Rosenbauer, Direktor am Max-Planck-Institut für Aeronomie in Katlenburg-Lindau und der Planetenphysiker Prof. Berndt Feuerbacher vom DLR-Institut für Raumsimulation in Köln-Porz.</P><P>Feuerbacher: "Die Rosetta-Mission ist eine der aufregendsten Raumfahrtmissionen und wissenschaftlich sehr anspruchsvoll. Die Möglichkeit, ein Landegerät dafür zu entwickeln, war für mich, wie wohl für jeden Wissenschaftler, eine enorme Herausforderung, wie man sie nur einmal im Leben erhält." <BR><BR>Kometen gelten als Boten aus den Anfängen unseres Planetensystems. Sie sind mit der Sonne und den Planeten vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstanden, haben sich aber im Unterschied zu Stern und Planeten fast nicht verändert. Feuerbacher: "Dazu ist es am Rande des Sonnensystems bei minus 260 Grad Celsius viel zu kalt."<BR><BR>Knapp eine Milliarde Euro kostet die extrem anspruchsvolle Mission (deutscher Anteil: rund 290 Millionen). <BR><BR>Der Name der Mission soll an den Rosetta-Stein erinnern, den Soldaten Napoleons 1799 in Ägypten nahe Rosetta fanden. Der Stein, der seit 1802 im Britischen Museum in London steht, trägt eine Inschrift in Griechisch, jüngerem Altägyptisch (Demotisch) und in Hieroglyphen. <BR><BR>Mit seiner Hilfe gelang es dem Franzosen Jean-Francois Champollion 1822, die Hieroglyphen zu entziffern. So wie der Stein den Zugang zur altägyptischen Kultur eröffnete, so soll die Mission mit ihren erhofften physikalischen Messungen und chemischen Analysen des Kometen das Verständnis der Entstehung des Universums erschließen. <BR></P>

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