Kommilitone unter Kameraden

- Tobias Benkert ist einer von sehr wenigen. Er studiert an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg Elektrotechnik mit Schwerpunkt Mathematik als ziviler Student. Fast alle seine Kommilitonen sind Soldaten, die auch auf dem Campus wohnen. Dass er als Zivilist hier seine Ausbildung absolvieren kann, hat er einem Projekt zu verdanken, das Professor Stefan Schäffler zusammen mit Unternehmen aus der Wirtschaft ins Leben gerufen hat.

<P>Besonders begabte Abiturienten haben an der BWUni die Möglichkeit, in dreieinhalb Jahren einen staatlichen, akademischen Diplom-Abschluss zu machen. Voraussetzung ist, dass die Bewerber einen Partner aus der Wirtschaft haben, der die Studienkosten von 7700 Euro pro Jahr übernimmt. <BR><BR>"Ein großer Vorteil dieses Studiums sind die kleinen Gruppen, in denen wir hier unterrichten können", sagt Schäffler. "Zudem kann man die Ausbildung sehr schnell abschließen."<BR><BR>Mathematical Engineering nur für externe Studenten</P><P>Für die Ausbildung der zivilen Studenten hat Schäffler extra die Studienrichtung "Mathematical Engineering" geschaffen, der eine Ausbildung zum hochqualifizierten Ingenieur für den technischen Führungsnachwuchs ermöglicht. <BR>"Grundsätzlich können wir an der Universität jeden Studienplatz, der nicht von den Soldaten belegt ist, an externe Bewerber vergeben", sagt Schäffler. "Voraussetzung ist aber ein Mentor aus der Wirtschaft, der die Kosten übernimmt und ein Auswahlverfahren durch die Universität gemeinsam mit den Unternehmen."<BR>Schäffler und sein Team bauen dafür gerade ein Stipendiensystem auf, damit die Bewerber nach der Schule nicht erst selber nach Geldgebern in Firmen suchen müssen. <BR><BR>Jeder zivile Bewerber handelt mit der Firma, die ihn unterstützt, dann einen Vertrag aus. Darin wird festgelegt, ob der Absolvent nach dem Studium gleich in dem Unternehmen einen Job antreten kann, wie das bei Tobias Benkert der Fall ist. <BR><BR>Für Professor Stefan Schäffler ist so eine Abmachung ein großer Vorteil. "Die zivilen Studenten haben meist schon die Sicherheit einen Job in der Wirtschaft antreten zu können, wenn sie bei uns fertig werden."<BR><BR>Für Tobias Benkert hat das Studentenleben nun erst angefangen. "Außer dass sich meine Kommilitonen mit ,Kamerad anreden und manchmal Uniformen tragen, glaube ich nicht, dass es viele Unterschiede zu einer anderen Uni gibt", sagt er. "Vor allem die kleinen Gruppen, in denen man lernt, sind sehr angenehm und ich kann jederzeit zu meinen Professoren gehen, wenn ich Fragen habe." Auch die Vorlesungen seien mit etwa 50 Teilnehmern immer überschaubar, dort könne man auch Fragen stellen, fügt Stefan Schäffler an.<BR><BR>Benkert kann allerdings nicht, wie seine Kommilitonen, auf dem Campus wohnen, er hat sich als Externer ein Zimmer in Perlach gesucht. Der 18-Jährige will nach dem Studium Patentanwalt werden.<BR><BR>Studienbeginn an der BWUni ist am 1. Oktober. Bewerbung für dieses Jahr noch bis zum 15. März.<BR>Internet: www.unibw-muenchen.de/campus/EIT</P>

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