Konzertbesuche gegen die Einsamkeit

- Sie kommen in immer größeren Scharen: Ausländische Studenten machen unter den Hochschülern in München mittlerweile 17 Prozent aus - Tendenz steigend. Doch offenbar fühlen sich viele von ihnen verlassen. Unter denen, die sich an die psychosoziale Beratungsstelle des Studentenwerks wenden, sind die Ausländer besonders stark vertreten: 25 Prozent waren es 2003. Ein Tutorenprogramm des Studentenwerks soll dabei helfen, die Gäste aus anderen Ländern besser ins gesellschaftliche Leben einzugliedern.

<P>"Die Einsamkeit unter den ausländischen Studierenden ist sehr groß", sagt die Leiterin der psychosozialen Beratungsstelle, Christine Tabbert-Haugg. Aus dem Geborgenheitsverlust duch die Migration, mangelnden Sprachkenntnissen und womöglich ungewohnten Leistungsanforderungen an den hiesigen Hochschulen ergäben sich nicht selten ernsthafte Probleme. Zumindest, was das Gefühl der Einsamkeit angeht, soll das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderte Internationale Tutorenprogramm "InTuPro" Abhilfe schaffen. Sieben Studenten unterschiedlicher Herkunft stehen den Ausländern in den Wohnheimen - vom Olympiadorf bis zur Studentenstadt - als Ansprechpartner zur Verfügung.<BR><BR>"Auf diese Weise wollen wir unsere Hilfe dezent anbieten, statt sie jemandem aufzuzwingen", erklärt Studentenwerks-Sprecherin Anke van Kempen das Prinzip von "InTuPro". Ethnologie-Student Sergio Linhares etwa versteht sich als "Brücke" zwischen ausländischen und deutschen Studenten. "Man muss auf Kumpel-Ebene mit den Leuten in Kontakt treten, einfach mal mit ihnen einen trinken gehen", meint der gebürtige Brasilianer, der seit acht Jahren in Deutschland lebt.<BR>Das Zusammenkommen von Ausländern und Tutoren solle bewusst "unbürokratisch" funktionieren, betont Eva Kaminski vom Studentenwerk. "Als wir anfangs feste Sprechzeiten angeboten haben, wurde das nicht angenommen".<BR><BR>Deshalb können Ratsuchende jederzeit an der Tür von Regina Theis in der Studentenstadt Freimann klingeln. Zu Beginn des Semesters sei vor allem ihre Hilfe bei organisatorischen Dingen gefragt, berichtet die Jura-Studentin. Außerdem bietet sie oft Unternehmungen wie Museums- oder Konzertbesuche an. "Die Verständigung klappt dabei immer irgendwie", sagt sie.<BR><BR>Eva Kaminski ist überzeugt: "Durch gemeinsame Programme sinkt die Hemmschwelle, und dann wenden sich die ausländischen Studenten auch mal mit Problemen an die Tutoren."<BR><BR>Deshalb solle "InTuPro" auch nach Ende der zweijährigen Pilotphase, die soeben ausgelaufen ist, weitergehen. Wenn möglich, sogar in ausgebauter Form. "Unsere Vision sind 25 Tutoren", erklärt Anke van Kempen, "damit wir an jedem Wohnheim-Standort einen Ansprechpartner haben."<BR></P>

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