Kraftwerk mit Aufwind: Strom aus dem Turm

- Ein 1000 Meter hoher Turm könnte im Jahre 2005 das Gesicht der Wüsten-Landschaft von Südost-Australien, nahe der Stadt Mildura, entscheidend verändern.Das Konzept: ein Solarkraftwerk, das unter der Ausnutzung des Kamineffektes eine Luftströmung zur Energieerzeugung über Windturbinen nutzt. Von der Sonne erhitzte Luft steigt durch eine schmale Betonröhre nach oben, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 Kilometer pro Stunde. Am Fuße des Turms wandeln dann riesige Turbinen die Windenergie in Elektrizität um.

<P>Angeheizt wird die Luft, die durch den Turm rauschen soll, von einem gigantischen Glasdach mit vier Kilometer Durchmesser, das das Bauwerk in einer Höhe von fünf Metern über dem Erdboden umgibt. <BR>Eine 200 Meter hohe Pilotanlage im spanischen Manzanares hat das Konzept bereits bestätigt.<BR>200 Megawatt soll das Aufwindkraftwerk einmal liefern, genug Strom für 200 000 Haushalte. Im Vergleich zur Stromerzeugung mit Kohle und Öl würden jährlich rund 830 000 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid weniger in die Atmosphäre gepumpt werden.</P><P>Schon vier solche Aufwindkraftwerke könnten ein Kernkraftwerk ersetzen. <BR>Konzipiert wird dieses Aufwindkraftwerk vom Stuttgarter Ingenieurbüro Schlaich, Bergermann & Partner und der australischen Firma EnviroMission. Die Australier sind schon in der ersten Planungsphase. <BR>Etwa 300 bis 400 Millionen Euro wird die Anlage kosten, die anschließenden Betriebskosten wären dann sehr gering, meinen die Ingenieure. </P><P> Das Aufwindkraftwerk kann nach den Berechnungen der Konstrukteure so wirtschaftlich betrieben werden wie ein herkömmliches Kraftwerk und preiswerter als bisherige Lieferanten von Sonnenstrom. Eine Kilowattstunde Strom würde sechs Cent kosten. Zum Vergleich: In Kalifornien kostet der billigste Solarstrom 15 Cent.<BR>In München ist derzeit ein maßstabgetreues Modell des Kraftwerkes (Foto) im "Zentrum Neue Technologien" des Deutschen Museums, in der Sonderausstellung "Klima" und das Experiment mit dem Planeten "Erde" zu sehen (läuft noch bis 15. Juni 2003). <BR></P>

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