Den Krankheiten vergangener Kulturen auf der Spur

- Knochenfragmente einer 3500 Jahre alte Mumie aus dem ägyptischen Theben haben jetzt Münchner Nanobiologen vom Center für NanoScience (CeNS) um Professor Wolfgang M. Heckl von der Ludwig-Maximilians-Universität unter die Lupe genommen. Heckl ist mittlerweile Chef des Deutschen Museums, betreut aber weiterhin seine Arbeitsgruppe. Mit dem Rasterkraftmikroskop, einem Mikroskop, mit dem man Atome sichtbar macht, ist es den Nanobiologen gelungen, Biomoleküle zu analysieren.

<P>"In ägyptischen Mumien ist es schwer, noch Erbgut (DNA) zu finden", erklärt Stefan Thalhammer, der Leiter des Projekts. Hilfreich ist da die Nanotechnologie. Mit ihr können noch winzige Überreste von DNA identifiziert werden. Dazu schneiden die Wissenschaftler aus den Knochen eine dünne Schicht heraus. Aus den Knochenplättchen werden dann mit einem Laser Proben entnommen, ohne die Mumie zu berühren. Die Proben werden anschließend auf DNA-Spuren untersucht. Der Isolierungsprozess wird mit dem Rasterkraftmikroskop kontrolliert.</P><P>"Dieses System ermöglicht es, die Mumie zu untersuchen, ohne sie durch Berührungen zu kontaminieren", sagt Thalhammer. "Bei der Mumie könnte es sich um ein Familienmitglied eines hohen Hofbeamten gehandelt haben", erläutert Albert Zink, der mit Thalhammer arbeitet und dem Verein "Archäomedizin" angehört. Der Verein beschäftigt sich wissenschaftlich mit der Gesundheit früherer Kulturen. "Bei der Mumie, die wir untersuchen, haben wir bereits DNA extrahiert", sagt Zink. "Damit wollen wir herausfinden, ob der Mensch unter Krankheiten wie Tuberkulose oder Malaria gelitten hat."</P><P>Der neue Forschungszweig "Archäomedizin" bietet für Thalhammer und Zink ein großes Potenzial. "In Zukunft werden sich daraus Erkenntnisse über medizinische relevante Informationen alter Kulturen ergeben", ist Zink überzeugt. </P>

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