Kraut gegen Atemnot

- In der Küche des Mittelmeers verfeinern seine aromatischen Blättchen Fleisch, Gemüse und Suppen. Doch seine duftenden Öle erfreuen nicht nur unseren Gaumen. Der echte Thymian gehört zu den wertvollsten Arzneipflanzen bei Erkältungskrankheiten. Wegen seiner heilsamen Eigenschaften wurde das Kraut mit den zartrosa Blüten vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2006 gewählt.

Der Studienkreis kürt seit 1999 jährlich eine Heilpflanze. In der Pflanzenheilkunde wird der duftende Lippenblütler schon lange gegen Erkältungskrankheiten eingesetzt. So pries schon Hildegard von Bingen den Thymian besonders als Mittel gegen Atemnot, Asthma und Keuchhusten. Heute ist die Forschung auch dem Wirkprinzip des Thymians auf der Spur: Wissenschaftler der Universität Münster untersuchten die Bewegung von Flimmerhärchen der Atemwege vor und nach der Verabreichung von Thymian- Dickextrakt. Das Ergebnis: Thymian kurbelte die Bewegung der Härchen deutlich an. "Die Flimmerhärchen können die Atemwege also schneller von unerwünschten Stoffen reinigen", erklärt Professor Eugen J. Verspohl von der Uni Münster.

Die Forscher untersuchten außerdem die Wirkung des Thymians auf die Gebärmutter und die Luftröhre. Der Extrakt des Gewürzkrauts bewirkte eine Entspannung der Organe. Dies erklärt zum Beispiel die Wirkung von Thymian bei Asthma. Die für die chronische Erkrankung charakteristische Atemnot ist nämlich eine Folge eines Krampfs in den Bronchien. Thymian-Extrakt vermag offenbar diesen Krampf zu lösen. Warum Thymian bei Erkältung, Husten und Atemnot wirkt, ist zum Teil also geklärt. Doch auch dem Magen bekommen die ätherischen Öle des Thymians. Als Gewürz oder Tee soll Thymian die Verdauung unterstützen. Außerdem wirken seine Öle desinfizierend. Und nicht nur das: Bereits in der Antike galt das duftende Kraut als Aphrodisiakum.

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