Krebs bei Kindern: Gute Heilungschancen

- Die Überlebenschancen von Kindern mit Krebs sind hoch, die Heilungschance liegt laut dem Deutschen Kinderkrebsregister in Mainz bei 75 Prozent.

<P>Allerdings hinterlassen die Therapien auch Folgeschäden. Dies können Herzprobleme, Hormonstörungen oder Organschäden sein.</P><P>Auf der Europäischen Krebskonferenz in Kopenhagen (Dänemark) stellten britische Wissenschaftler um Jill Mann vom Kinderkrankenhaus in Birmingham eine Untersuchung vor, die sich mit diesem Problem beschäftigt (European Journal of Cancer, Supplements Bd. 1, Nr. 5, S. 218). Die Wissenschaftler hatten darin Angaben zum Krankheitsverlauf von mehr als 5000 Kindern unter 14 Jahren ausgewertet, bei denen zwischen 1960 und 1999 Krebs diagnostiziert wurde.</P><P>Die große Mehrheit der Patienten litt unter Spätfolgen. Diese wurden laut der Untersuchung durch die Behandlung oder der Krankheit selbst hervorgerufen. Viele der aufgetretenen Spätfolgen seien allerdings mit einem normalen Lebensstil zu vereinbaren.</P><P>Oft machen den Patienten und ihren Ärzten die Herzprobleme zu schaffen, die nach der Behandlung mit Anthrazyklinen, einer Gruppe gängiger Krebsmedikamente, auftreten können. Dabei kann es schon während der Therapie zu Entzündungen des Herzmuskels kommen. Einige Patienten entwickeln aber auch noch Jahre nach Therapieende Erkrankungen am Herzen. Andere Medikamente können das Gehör schädigen, da sie die Haarzellen im Ohr angreifen.</P><P>Bei Kindern, die zum Beispiel wegen eines Hirntumors am Kopf bestrahlt werden müssen, wird häufig der Hormonhaushalt durcheinander gebracht. Insbesondere bei solchen Kindern, die hohe Strahlendosen im Kopfbereich erhalten haben, werden weniger, unter Umständen gar keine Wachstumshormone mehr gebildet. </P><P>Insgesamt sei die Lebensqualität der Kinder gut, sagt Karl Seeger, Oberarzt der Pädiatrischen Onkologie an der Charité´ Berlin. Nachdem die Überlebenschancen der Kinder so erheblich gestiegen seien, werde nun im Rahmen von ,Therapieoptimierungsstudien die Behandlung selbst verbessert.</P><P>Jeder Behandlungsschritt wird dazu erfasst. "Wir versuchen, schon vor Beginn der Behandlung Patientengruppen zu identifizieren, die weniger Therapie brauchen, oder umgekehrt solche, die eine besonders intensive Therapie benötigen", sagt Ralf Herold von der Koordinationszentrale des Kompetenznetzes Pädiatrische Onkologie und Hämatologie. Kliniken oder auch Hausärzte, die krebskranke Kinder betreuen, melden auftretende Spätfolgen der Behandlung an ein zentrales Studienzentrum in Erlangen, das "Late Effects Surveillance System" (LESS). Seit 1995 analysieren die Wissenschaftler dort die eingespeisten Daten.</P><P>Den Ärzten sollen dadurch Leitfäden an die Hand gegeben werden. Auch das Deutsche Kinderkrebsregister in Mainz erfasst diese Daten. Sie sollen Langzeit-Studien zur gesundheitlichen Situation der ehemaligen Krebspatienten ermöglichen.<BR>Dazu treten die Wissenschaftler auch aktiv und über Jahre an die ehemaligen Patienten heran. Ein Schwerpunkt des Kinderkrebsregisters liegt darin, so genannte "sekundäre Malignome" zu erfassen. Darunter werden die Krebserkrankungen zusammengefasst, die auftreten, nachdem die Kinder bereits einen ersten Krebs überstanden haben. Erste Ergebnisse zeigen, dass derzeit etwa eines von 125 krebskranken Kinder innerhalb von fünf Jahren nach der ersten Diagnose ein sekundäres Malignom entwickelt. Indem die Wissenschaftler untersuchen, inwieweit die Therapie der ersten Krebserkrankungen für die Entstehung der zweiten verantwortlich ist, soll dieses Risiko weiter reduziert werden.</P><P>Internet<BR>www.onko-kids.de<BR>OnkoKids-online ist eine Plattform für krebskranke Kinder und ihre Angehörigen zur Kontaktaufnahme mit anderen Betroffenen.</P><P>Weitere Links zum Thema Kinder und Krebs:</P><P> www.kinderkrebsinfo.de<BR> www.kinderkrebsregister.de<BR> www.krebsinformation.de</P><P> </P><P> </P><P><BR> </P><P> </P>

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