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Auf dem IT-Gipfel ging es auch um das Internet der Zukunft

Kritik an der De-Mail

Die Idee ist lobenswert: Ein sicheres E-Mail-System aus dem Hause Schäuble und Telekom - das macht skeptisch.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat endlich einen Weg gefunden, die elektronische Post der Bürger in Ruhe mitzulesen: die De-Mail - so zumindest die einhellige Meinung der Medien.

Wie die Financial Times Deutschland in einem Dossier erklärt, hat sich der Minister etwas Tolles einfallen lassen. Das wurde in dieser Woche auf dem dritten IT-Gipfel vorgestellt, berichtet Heise. Das Innenministerium - vor gar nicht allzu langer Zeit wegen Schnüffel-Software (Bundestrojaner) und Vorratsdatenspeicherung in den Schlagzeilen - und die Telekom - zur Erinnerung: Ein Datenskandal jagt den nächsten - wollen ab Mitte 2009 einen sicheren E-Mail-Dienst für die Bürger anbieten. Da schrillen bei manchen nicht ganz zu Unrecht die Alarmglocken.

Die Website des Bundesinnenministeriums erklärt, wie es funktioniert: Bürger sollen sich mit ihren Meldedaten registrieren und dann super sicher sensible Daten verschicken können. Behördengänge, Bankgeschäfte und Versicherungsangelegenheiten sollen über die De-Mail abgewickelt werden. Es soll einen virtuellen Safe für jeden Bürger geben, in dem er - gut verschlüsselt, versteht sich - alle wichtigen Dokumente über Jahre digital aufbewahren kann.

Das Echo in den Medien und der Blogosphäre ist einstimmig: Das Vertrauen in einen E-Mail-Dienst der beiden größten Datensammler im Land, Staat und Telekom, ist gering. Die Krönung des Ganzen: Jede einzelne E-Mail soll auch noch Porto kosten. Das Blog netzpolitik und das Portal onlinekosten.de informieren, dass in den FAQs des Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnologie (www.e-konsultation.de) stehe, es werde ein e-Porto für die De-Mail geben. Im lawblog diskutieren Nutzer bereits seit Oktober darüber. Interessant ist nun, ob sich durch die heftige Kritik noch etwas an der Ausgestaltung des Projekts ändern wird.

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