Kritik am Wertewandel in Deutschland

- Er ist weit über Bayerns Grenzen hinaus bekannt geworden. Deshalb werdend em Münchner Moraltheologen Prof. Johannes Gründel sicher viele gratulieren, wenn er am Donnerstag 75 Jahre alt. Der gebürtige Schlesier lehrte von 1968 bis 1997 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Außerdem war Gründel Mitglied in vielen Ethik-Kommissionen und verschiedenen medizinisch-ethischen Arbeitsgruppen. <BR><BR>In einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) warnte er die Kirche davor, sich in einen Binnenbereich zurückzuziehen oder zurückdrängen zu lassen. Die ihr zukommende gesellschaftliche Mitarbeit könne sie mit den Gläubigen nur dann glaubwürdig vollziehen, wenn die bisherigen sozialen Hilfen für die Schwächeren weiterhin wahrgenommen werden. Zudem sollte die Kirche offen die Beziehungen mit den Menschen aller religiösen und gesellschaftlichen Gruppen pflegen, aber auch berechtigte Kritik annehmen können. Nur dann bleibe sie glaubwürdig. <BR><BR>Kritisch äußert sich Gründel über den derzeitigen Wertewandel in Deutschland. "Einzelne Gruppen in unserer Gesellschaft haben eindeutig einen Nachholbedarf, was die soziale Verantwortung anbelangt." Es könne nicht angehen, dass sozialbedürftige Menschen immer weniger Geld erhielten, andere dagegen in Aufsichtsräten riesige Gehaltserhöhungen einforderten.<BR><BR>Die Solidarität sei hier zu Lande entscheidend für die Rahmenordnung der sozialen Marktwirtschaft und ihre sittliche Qualität. Der im niederschlesischen Ullersdorf geborene Gründel studierte in Königstein/Taunus, München und Rom. <BR>Neben Theologie und Philosophie beschäftigte sich Gründel auch mit Psychologie. 1952 war er in Limburg an der Lahn zum Priester geweiht worden. In München war der Moraltheologe mehrfach Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät. Nach der Emeritierung übernahm er noch Lehrstuhlvertretungen an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Linz und an derKatholisch-Theologischen Hochschule in Chur. Zudem hatte er Gastprofessuren in Jerusalem und Bischkek in Kirgisien. Gründel ist Mitglied im Priesterrat der Erzdiözese München und Freising. 1998 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. <BR>

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