Kritische Lebenslagen meistern

- Wie schnell können wir heute Veränderungen in unserer Lebenssituation begegnen? Einbrüche wie der Verlust des Arbeitsplatzes rauben Lebensenergie, schüren Selbstzweifel und können zu Hilflosigkeit bis zum Kontrollverlust führen. "Wir müssen die Möglichkeit haben, mit solchen Situationen umzugehen", betonte Thomas Lang von Wins, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Münchner Lehrstuhl für Organisations- und Wirtschaftspsychologie auf einem Kongress im Innsbrucker Zukunftszentrum.

<P>Kompetenzen sind sein Thema, und zwar die, die uns in kritischen Situationen die Selbstorganisation ermöglichen. Thomas Lang von Wins gehört zur Forschungsgruppe Münchner Psychologen, die gemeinsam mit dem Zukunftszentrum Tirol die Kompetenzbilanz entwickelt haben. Mit diesem Instrument der persönlichen Standortbestimmung sollen die Klienten, unterstützt von Coaches, eine Liste ihrer Fähigkeiten aufstellen, die sie im Laufe ihres Lebens erworben haben. </P><P>Anhand der eigenen Biografie lässt sich der rote Faden, der sich durchs Leben zieht, herausarbeiten. Und hier geht es nicht um erlernte Fachqualifikationen. 70 Prozent unserer Kompetenzen sind nicht zertifiziert und dadurch schwer in einen Unternehmens- Kontext übersetzbar. Dadurch liegen wertvolle Ressourcen brach, erläuterte Bertram Wolf, Leiter des Zukunftszentrums. Ziel der Kompetenzbilanz ist es, die Selbstreflektion der Klienten anzustoßen, durch eigenes Hinterfragen zu einer realistischen Selbsteinschätzung zu gelangen und diese kommunizierbar zu machen. </P><P>Über 900 Kompetenzbilanzen wurden im Zukunftszentrum im vergangenen Jahr erstellt. Mit großem Erfolg, wie Mastercoach Othmar Kemetmüller versichert: "Unsere Klienten gehen mit mehr Selbstvertrauen, höherer Eigenverantwortung und einer höheren Lebenszufriedenheit aus dem Prozess heraus." Die Feedback-Bögen, die die Klienten in regelmäßigen Zeitabständen ausfüllen, bestätigen dies. Die Evaluation konkreter Ergebnisse, was sich bei den Klienten im Anschluss an die Bilanz verändert hat, ist in Arbeit. </P><P>Doch was mache ich jetzt mit meiner Kompetenzbilanz?, diese Frage stellten sich Klienten, nach Abschluss des Verfahrens. "Unsere Bilanz ist Hilfe zur Selbsthilfe, wir stärken die Klienten, damit sie danach selbst weiterlaufen und ihre Veränderungsprozesse selbst in die Hand nehmen können", so Kemetmüller. Das Team um Thomas Lang von Wins möchte zukünftig stärker in Unternehmen gehen, um die Kompetenzbilanz als Instrument der Personalbeurteilung und - entwicklung publik zu machen: Hier jedenfalls muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. </P><P>Näheres im Netz unter www.zukunftszentrum.at </P>

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