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Bestie in Menschengestalt: Diesen Beinamen gab man Heinrich Pommerenke. Das Bild wurde 1960 im Freiburger Landgericht aufgenommen.

Langzeithäftling Pommerenke ist gestorben

Er war Deutschlands Langzeithäftling Nummer eins: Heinrich Pommerenke ist nach 49 Jahren Haft im Gefängniskrankenhaus Hohenasperg gestorben.

1960 war der Frauenmörder Heinrich Pommerenke, die "Bestie in Menschengestalt", zu sechsmal lebenslänglich verurteilt worden. Er hatte vier Frauen grausam getötet. Insgesamt 65 Straftaten gestand er der Polizei.

Ein Kind aus armen Verhältnissen, verlässt Pommerenke Anfang der 1950er-Jahre die DDR, um sich in Westdeutschland als Tellerwäscher und Schausteller zu verdingen. In Hornberg im Schwarzwald spielte er gemeinsam Fußball mit den späteren Politikern Wolfgang und Thomas Schäuble. Schon damals war er straffällig. Nur durch einen Zufall wurde Pommerenke 1959 gefasst.

"Vor ihnen sitzt kein Mensch, sondern ein Teufel", sagt der damals 22-Jährige den Beamten. Der Richter schickte den jungen Mann mit den Worten "In die neunte Hölle Dantes muss er hinein" ins Gefängnis. Sein Fall beschäftigte das Fachblatt Kriminalistik. 2004 sendete die ARD eine viel gelobte Dokumentation.

Mitte der 90er-Jahre nahm sich das Bundesverfassungsgericht seines Falls an. Ohne Erfolg. 2001 hatte Pommerenke seine Haftstrafe eigentlich verbüßt. Doch noch immer gilt der Mann als rückfallgefährdet. So lange wie er hat keiner im Gefängnis gesessen. Der Tagesspiegel untersuchte, was diese lange Gefangenschaft aus einem Menschen macht.

Die meiste Zeit seiner Haft verbrachte er in einem Gefängnis in Bruchsal bei Karlsruhe - so wie RAF-Mitglied Christian Klar. Doch im Gegensatz zu Klar hat Pommerenke nie wieder einen Fuß in Freiheit gesetzt. Kurz nach Weihnachten starb der 71-Jährige im Gefängniskrankenhaus Hohenasperg bei Ludwigsburg. Erst Mitte Dezember war Pommerenke ins Gefängniskrankenhaus geliefert worden - seine Gesundheit hatte sich extrem verschlechtert.

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