Mit dem Laser gegen Karies

- Karies kann nicht nur schmerzfrei mit dem Laser entfernt werden, auch die Kariesvorsorge wird mit dem gebündelten Lichtstrahl erleichtert. Dennoch hat der Laser den Bohrer in den Praxen noch längst nicht abgelöst. "Würden mehr Praxen mit Lasern arbeiten, dann wäre die Angst vorm Zahnarzt viel geringer", erklärte Dr. Stefan Grümer auf dem 14. Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde in München.

Grümer gehört zu den ersten Laseranwendern in Nordrhein-Westfalen. Bei dem Kongress ging es um Forschung mit unterschiedlichen Lasern und Anwendung in der Praxis. So haben Studien gezeigt, dass der CO2-Laserstrahl mehr kann als bisher angenommen - etwa eine Säureresistenz der Zahnmineralien herstellen.<BR><BR>"Karieswachstum kann dadurch bis zu 85 Prozent gestoppt werden", berichtete Prof. J.D.B. Featherstone (San Francisco/USA). CO2-Laser wurden bislang meist bei Weichteilerkrankungen benutzt: Mit seiner kurzen Wellenlänge dringt dieser Laserstrahl nicht tief ins Gewebe ein. Bei Karies wird der Erbium-YAG- Laser eingesetzt. Er reagiert mit dem im Gewebe enthaltenem Wasser und sprengt so die kaputten Zahnanteile weg. Den schmerzhaften Wurzelentzündungen wird mit dem Dioden-Laser auf den Zahn gefühlt. Dieser Laser schädigt das umliegende Gewebe nicht.<BR><BR>"Laser sind seit Mitte der 90er im Einsatz", erläutert Professor Norbert Gutknecht (Uni Aachen), Generalsekretär der DGL. "Die Laser-Behandlung verläuft blutungsfrei, der Schmerz der sonst beim Bohren auftritt, bleibt aus." Besonders geeignet seien Laser daher für Angst-Patienten, Kinder, Allergiker und Menschen mit einer Spritzenphobie, so Gutknecht.<BR><BR>Obwohl der schmerzfreie Zahnarztbesuch die Patienten anspricht und die Laseranwendung auf durchweg positive Resonanz stößt, ist die Anzahl der Zahnpraxen mit Lasern noch sehr gering. Bundesweit seien es gerade Mal sechs Prozent, sagt Gutknecht. Das liege zum einem an der Mentalität der älteren Zahnarztgeneration - ihr ist die neue Technologie noch fremd.<BR><BR>Außerdem muss der Patient in den eigenen Geldbeutel greifen, wenn er sich mit einem Laser behandeln lassen will. Die Kosten liegen bei 20 bis 120 Euro. Ein Problem für die Praxen ist auch die technische Ausstattung, die nicht billig ist. Zwischen 7000 und 70 000 Euro kosten die unterschiedlichen Geräte, von denen der Zahnarzt mehrere benötigt. Prof. Gutknecht erklärt warum: "Für jede einzelne Indikation braucht man die richtige Wellenlänge!"<BR>

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