Leben im Zeitraffer

- Weil er kürzer lebt als jedes andere bekannte Wirbeltier, soll ein afrikanischer Mini-Fisch der Wissenschaft bei der Erforschung des Alterns helfen. Entwicklungsbiologen in Pisa haben entdeckt, dass "Nothobranchius furzeri" (auf Deutsch "Furzers Prachtgrundkärpfling") den Lebenslauf von Wirbeltieren gewissermaßen im Zeitraffer durcheilt. In weniger als zwölf Wochen schlüpft er, entwickelt sich, pflanzt sich fort und stirbt.

<P>Damit eignet sich das 1970 in Simbabwe entdeckte winzige Fischlein nach Meinung von Alessandro Cellerino vom Institut für Neurowissenschaft in Pisa/Italien bestens als Modell-Forschungsobjekt für den Alterungsprozess.</P><P>Furzers Prachtgrundkärpfling gehört zu den Killifischen. Er wird nicht größer als fünf Zentimeter und lebt in freier Natur in Gewässern, die sich nur während der Regenzeit bilden. Wegen der Dürreperioden haben die farbenprächtige Fische eine ausgeklügelte Überlebensstrategie entwickelt. Vor dem Austrocknen der Wassertümpel legen die Weibchen ihre befruchteten Eier im matschigen Boden ab. Die Embryos überleben im trockenden Schlamm und schlüpfen in der nächsten Regenperiode.<BR>Im Labor werden die Fische bei einer konstanten Wassertemperatur von 25 Grad Celsius gehalten, wie Alessandro Cellerino in "Biology Letters" der Royal Society London berichtet. Trotz optimaler Bedingungen lebte kein Fisch länger als drei Monate. </P><P>Der für Wirbeltiere typische Verlauf der Sterblichkeitskurve deute darauf hin, dass die kurze Lebensdauer in den Genen festgeschrieben ist, so Cellerino.</P><P>Bisher hatten Alternsforscher langlebigerere Tiermodelle. Der Zebrafisch lebt etwa fünf Jahre, die Spitzmaus ein Jahr.</P>

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