Leicht feuchtes Container-Ambiente am Park

- "Manchmal, wenn es draußen stark regnet", erzählt D'Alex Fodjo "dann ist die Decke ein wenig feucht." Fodjo, Maschinenbau-Student aus Afrika, wohnt in einem der Container, die das Studentenwerk München als Notunterkünfte hinter der Studentenstadt Freimann aufgebaut hat.

Eigentlich findet Fodjo die Lage seiner Studentenbude ganz idyllisch, denn gleich hinter den Containern beginnt der Englische Garten.

"Als ich vor vier Jahren von Kamerun hier nach München kam, um an der Technischen Universität in Garching zu studieren, hatte ich keine andere Wahl, als mir das Studentenwerk den Containerwohnplatz anbot", sagt Fodjo. "Doch dann wollte ich gar nicht mehr ausziehen, als mir schließlich nach zwei Semestern ein Zimmer angeboten wurde."

Ein paar Vorteile hat die unkonventionelle Behausung aus Wellblech ja auch für Fodjo. "Hier habe ich fast 40 Quadratmeter Platz, mehr als in jeder anderen Bude, und außerdem kann ich ungestört lernen, denn es ist viel ruhiger als in den Hochhäusern nebenan."

Zu großen Studenten-Partys laden die Container wirklich nicht ein. Die Küche, die sich acht Bewohner teilen müssen, wird von fahlen Neonleuchten erhellt, aus den Duschen läuft das Wasser in den Vorraum. Die Gänge zwischen den Appartements sind eng und im Sommer wird es sehr heiß in den Räumen.

Fodjo kann damit leben. Er will im nächsten Jahr sein Studium abschließen und lernt viel. Sein Zimmer hat er eher spärlich eingerichtet. An seine afrikanische Heimat erinnert ihn nur das kleine Poster von Patrick Mbomba, einem ehemaligen Fußballnationalspieler Kameruns. Neben dem Schreibtisch hängen unzählige Merkzettel an der gelblichen Wand. Gegenüber steht das Bett und ein Schrank. Über dem Bett hängt ein Bild von dem Rennwagen von Heinz-Harald Frentzen. Das hat Fodjo selbst gemalt, er ist Formel 1-Fan.

"Ich wollte in Deutschland studieren, weil den Deutschen in Kamerun der Ruf voraus eilt, dass sie sehr fleißig sind", sagt Fodjo. Seit Beginn seines Studiums war er nicht mehr in Kamerun. Zu seiner Familie hat er nur per E-Mail Kontakt. Fodjo spricht mittlerweile fast perfekt Deutsch und findet die Deutschen symphatisch. "Darum würde ich auch gerne nach dem Studium hier arbeiten, aber das wird rechtlich sehr schwierig sein", bedauert er.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nicht süß! Diese WhatsApp-Nachricht ist eine Falle
München - Auf WhatsApp kursiert ein fragwürdiger Kettenbrief, der ahnungslose Smartphone-Nutzer mit besonders „süßen“, romantischen Emoticons zu ködern versucht. Fallen …
Nicht süß! Diese WhatsApp-Nachricht ist eine Falle
Drohnen-Führerschein für mehr Sicherheit am Himmel
Flugverbotszonen für Drohnen und ein "Kenntnis-Nachweis" für ihre Besitzer sollen den Luftraum sicherer machen. Das scheint überfällig, denn in Deutschland gibt es rund …
Drohnen-Führerschein für mehr Sicherheit am Himmel
iOS-Gamecharts: Bauen, reiten und gewinnen
Das Glück der Erde findet sich in einem iOS-Game: "Horse Adventure" bietet alles, was das Herz von Pferdefreunden höher schlagen lässt. Bei "Bridge Constructor" ist ein …
iOS-Gamecharts: Bauen, reiten und gewinnen
Viral-Hit auf YouTube: Heißes Messer zerteilt volle Cola-Flasche
München - Ein Messer und ein paar harte Gegenstände - mehr braucht es nicht, um die YouTube-Welt zu elektrisieren. Dieses Video sammelte Klicks in Rekordzeit. 
Viral-Hit auf YouTube: Heißes Messer zerteilt volle Cola-Flasche

Kommentare