"Leichtfertig geweckte Hoffnung"

- Frankfurt/Main - Die in Südkorea gelungene Produktion menschlicher Embryonen aus Klonmaterial und die Gewinnung von Stammzellen daraus ist aus Sicht deutscher Experten noch kein entscheidender Durchbruch zur Heilung von Krankheiten. Der Vorsitzende des Nationalen Ethikrates, Spiros Simitis, forderte, man solle aufhören, in diesem Zusammenhang das Wort "therapeutisch" zu verwenden, das falsche Hoffnungen wecke. Man spreche deshalb jetzt von "Forschungsklonen".

<P>Die Wissenschaftler sollten sich zurückhalten"<BR>Jochen Taupitz</P><P>"Es ist geradezu leichtfertig, jetzt solche Hoffnungen zu wecken", sagte Professor Simitis. "Niemand weiß, ob und wann es tatsächlich möglich sein wird, mit Klonprodukten medizinisch zu helfen. Denken Sie nur an das Klonschaf Dolly, das so schnell gealtert ist."</P><P>Der ebenfalls dem Ethikrat angehörende Molekularmediziner Detlev Ganten erklärte, von einer praktischen Anwendung des Experiments sei man noch weit entfernt. Auch der Mannheimer Medizinrechtler Jochen Taupitz, ebenfalls Mitglied des Ethikrats, mahnte: "Die Wissenschaftler sollten sich zurückhalten und nicht so tun, als stünde der therapeutische Durchbruch unmittelbar bevor".<BR><BR>Ganten wertete den südkoreanischen Versuch als wichtiges Ergebnis wissenschaftlicher Arbeit. Es handle sich um ein zellbiologisches Experiment, das auf neue Heilungsmöglichkeiten für Krankheiten abziele. Bei der Stammzellentherapie gehe es darum, funktionsunfähige Zellen zu ersetzen, beispielsweise die Insulin produzierenden Zellen im Bereich der Bauchspeicheldrüse bei Diabetikern. Ganten hob hervor, der südkoreanische Versuch bedeute nicht, dass man einen so gewonnenen Embryo in eine Gebärmutter einsetzen und damit einen Menschen herstellen könne.</P>

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