Werbe-Software bespitzelt Nutzer

Lenovo-Computer als Sicherheits-"Alptraum"

Berlin - Lenovo hat Computer mit einer eingebauten Software verkauft, die zusätzliche Werbung zeigt. Das mag nervig sein, doch ein anderes Problem macht das Programm zum Sicherheitsrisiko für Nutzer.

Der Computerhersteller Lenovo hat eine Werbesoftware auf über 50 Modellen seiner Rechner vorinstalliert. Die Software namens Superfish, spezialisiert auf die Internetsuche per Bilderkennung, zeigt zusätzliche Werbung beim Suchen mit Google an. Doch das ist Berichten zufolge nicht alles: Die Software schaltet sich demnach auch zwischen sichere Verbindungen ein. Beim Aufruf vermeintlich verschlüsselter Webseiten (https) etwa beim Online-Banking kann sich Superfish zwischenschalten, ohne dass die Nutzer davon etwas mitbekommen.

Sicherheitsexperten zeigten sich entsetzt. Superfish sei ein Alptraum, schrieb Marc Rogers, Sicherheitsfachmann bei dem Web-Dienstleister CloudFlare, auf seinem Blog. Nutzer könnten keiner vermeintlich sicheren Internetverbindung mehr trauen. Lenovo öffne Hackern Tür und Tor, schrieb Rogers. „Sie kompromittieren nicht nur SSL-verschlüsselte Verbindungen, sie tun es auch noch auf die sorgloseste, unsicherste Art, die man sich vorstellen kann.“

Unter anderem verwende die Software für alle Nutzer dasselbe Basis-Zertifikat - wer eines knackt, kann so potenziell alle Besitzer der betroffenen Geräte abhören. Bereits am Donnerstag erklärte ein Sicherheitsexperte, das Passwort für das zugrunde liegende Zertifikat geknackt zu haben.

Diese Lenovo-Computer sind betroffen.

Lenovo bestätigte zunächst lediglich, dass die Software zusätzliche Werbung anzeigt habe. Mittlerweile gab das Unternehmen jedoch  "schwerwiegende Fehler" zu. Auf bereits verkauften Rechnern werde Superfish nicht mehr aktiviert, hieß es. Die Software werde nicht mehr auf Lenovo-Rechnern eingesetzt.

So entfernen Sie „Superfish“ von Lenovo-Notebooks

Nutzer von Lenovo-Notebooks, die sich um die Sicherheit ihrer Geräte sorgen, können das möglicherweise installierte „Superfish“-Programm  entfernen. Dazu muss im Systemsteuerungsmenü das Programm „Superfish Inc. Visual Discovery“ aus der Programmliste deinstalliert werden. Anschließend müssen Nutzer noch per Hand ein unsicheres Zertifikat vom Computer löschen, das ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Lenovo hat dazu eine detaillierte Anleitung auf seiner Webseite veröffentlicht.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bildbearbeitung: Eine oder mehrere Ebenen notwendig?
Wer Bilder bearbeitet, muss unterschiedliche Methoden unterscheiden: Entweder, man bearbeitet Objekte auf mehreren Ebenen - oder alles spielt sich auf einer Ebene ab.
Bildbearbeitung: Eine oder mehrere Ebenen notwendig?
Nokia 8: Neues Android-Flaggschiff mit Zeiss-Optik
Nokia bringt ein Oberklasse-Smartphone auf den Markt. Im September wird das Nokia 8 erhältlich sein. Vor allem bei den Kameras trumpft Nokia auf. Nicht nur, weil das …
Nokia 8: Neues Android-Flaggschiff mit Zeiss-Optik
App-Charts: Mit Serien und Filmen durch die Regentage
Das schlechte Wetter der vergangenen Tage schlägt sich in den App-Charts nieder. So stehen neben lehrreichen Programmen ganz besonders Video- und Streaming-Apps ganz …
App-Charts: Mit Serien und Filmen durch die Regentage
Was passiert nach meinem Tod? So verwalten Sie den digitalen Nachlass bei Facebook
Menlo Park - Was passiert nach dem Tod eines Nutzers mit seinem Facebook-Konto? Das soziale Netzwerk bietet zwei Möglichkeiten, den digitalen Nachlass zu regeln.
Was passiert nach meinem Tod? So verwalten Sie den digitalen Nachlass bei Facebook

Kommentare