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Leukämiemittel kann Herz schaden

- New York - Ein Medikament gegen Blutkrebs kann laut einer US-Studie bei einigen Patienten dem Herzen schaden. Das Präparat Glivec gilt als Wunderwaffe gegen Leukämie und ist seit 2001 im US- Handel.

Ein Team um Thomas Force vom Jefferson Medical College in Philadelphia berichtet im Fachblatt "Nature Medicine" nun von zehn Patienten, die nur wenige Monate nach Beginn der Glivec-Therapie Symptome für Herzversagen zeigten. Dennoch sollten Leukämie-Patienten das Mittel wegen des großen Nutzens weiternehmen, zitiert "Nature" die Forscher auf seiner Internetseite.

Die Häufigkeit der Herzprobleme sei noch unbekannt, und sie ließen sich möglicherweise mit gängigen Medikamenten in Schach halten, meint das Team um Force. Die Herzfunktion von Glivec-Patienten solle jedoch beobachtet werden. "Man will ja nicht eine tödliche Krankheit gegen eine andere eintauschen", sagte Force zu "Nature". Glivec (Wirkstoff Imatinib) ist auch in Deutschland zugelassen.

In den vorgestellten Fällen hatte das Herz der Patienten einen Teil seiner Fähigkeit eingebüßt, Blut durch den Körper zu pumpen. Daraufhin testete das Team um Force die Wirkung von Glivec in üblicher Dosierung bei Mäusen und beobachtete ebenfalls eine Herz schwächende Wirkung. Das Mittel blockiert ein Enzym aus der Gruppe der Tyrosinkinasen, das bei Patienten mit chronischer Leukämie mutiert ist und dadurch die ungebremste Zellteilung fördert. Die Enzymblockade scheint allerdings unerwarteterweise auch in den Proteinhaushalt von Herzmuskelzellen einzugreifen und bis zum Zelltod zu führen.

Der Glivec-Hersteller Novartis nannte das Ergebnis der Studie in einer Stellungnahme vom Montag "interessant", aber wegen der geringen Zahl von nur zehn Patienten nicht repräsentativ. Der Wirkstoff Imatinib sei im Rahmen klinischen Versuche an mehr als 200 000 Menschen erprobt worden, und dabei seien nur in extremen Ausnahmefällen Nachteile für das Herz entdeckt worden. "Die (neuen) Beobachtungen ändern nichts an den Vorteilen von Glivec, die im Vergleich zum Risiko überwiegen", heißt es in der Erklärung.

Da auch andere Krebsmittel Tyrosinkinasen blockieren, empfehlen die Forscher das bei solchen in der Entwicklung oder bereits Anwendung befindlichen Präparaten genauestens die Wirkung auf den Herzmuskel untersucht werden sollte.

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