Alleinstellungsmerkmal des LG G7 ThinQ ist ein hochwertertiger Digital-Audio-Wandler. Er ermöglicht zahlreiche Audioeinstellungen und sorgt für besseren Klang als bei manch anderen Smartphones. Foto: Robert Günther
1 von 8
Alleinstellungsmerkmal des LG G7 ThinQ ist ein hochwertertiger Digital-Audio-Wandler. Er ermöglicht zahlreiche Audioeinstellungen und sorgt für besseren Klang als bei manch anderen Smartphones. Foto: Robert Günther
Wer die AI-Kamera-Funktion des LG G7 ThinQ nutzt, erhält erkannte Objekte in Echtzeit ins Sucherbild eingeblendet. Häufig liegt das Gerät richtig, manchmal aber auch spektakulär daneben. Foto: Robert Günther
2 von 8
Wer die AI-Kamera-Funktion des LG G7 ThinQ nutzt, erhält erkannte Objekte in Echtzeit ins Sucherbild eingeblendet. Häufig liegt das Gerät richtig, manchmal aber auch spektakulär daneben. Foto: Robert Günther
Der Beiname ThinQ des G7 deutet es an: Die Koreaner wollen auf künstliche Intelligenz setzen. Bei der Kamera äußert sich das etwa in einer recht guten Objekterkennung. Foto: Robert Günther
3 von 8
Der Beiname ThinQ des G7 deutet es an: Die Koreaner wollen auf künstliche Intelligenz setzen. Bei der Kamera äußert sich das etwa in einer recht guten Objekterkennung. Foto: Robert Günther
Das LG G7 ThinQ kommt etwas spät zur diesjährigen Spitzenmodell-Party, kann aber mit einigen interessanten Details aufwarten. Foto: Robert Günther
4 von 8
Das LG G7 ThinQ kommt etwas spät zur diesjährigen Spitzenmodell-Party, kann aber mit einigen interessanten Details aufwarten. Foto: Robert Günther
Glasrückseite, Doppelkamera, Fingerabdrucksensor - das LG G7 ThinQ greift viele aktuelle Designelemente auf. Foto: Robert Günther
5 von 8
Glasrückseite, Doppelkamera, Fingerabdrucksensor - das LG G7 ThinQ greift viele aktuelle Designelemente auf. Foto: Robert Günther
Aktuell kommt kaum ein Spitzen-Smartphone ohne den "Notch", also die charakteristische Einbuchtung im Display, aus. Sie beherbergt Lautsprecher, Kamera und Sensoren. Foto: Robert Günther
6 von 8
Aktuell kommt kaum ein Spitzen-Smartphone ohne den "Notch", also die charakteristische Einbuchtung im Display, aus. Sie beherbergt Lautsprecher, Kamera und Sensoren. Foto: Robert Günther
Wie bitte? Spinat und klarer Himmel? Manchmal liegt die künstliche Intelligenz der G7-Kamera ziemlich daneben. Die Bilder geraten trotzdem meistens gut. Foto: Robert Günther
7 von 8
Wie bitte? Spinat und klarer Himmel? Manchmal liegt die künstliche Intelligenz der G7-Kamera ziemlich daneben. Die Bilder geraten trotzdem meistens gut. Foto: Robert Günther
Der Quad-DAC des LG G7 ThinQ soll das Smartphone auch zum Hi-Fi-Abspielgerät machen. Seine Software erlaubt zahlreiche Tonanpassungen. Foto: Robert Günther
8 von 8
Der Quad-DAC des LG G7 ThinQ soll das Smartphone auch zum Hi-Fi-Abspielgerät machen. Seine Software erlaubt zahlreiche Tonanpassungen. Foto: Robert Günther

Mobile Boombox

Das LG G7 ThinQ im Test

Künstliche Intelligenz für die Kamera, Spitzenhardware für den Klang und reichlich Leistung unter der Haube. So soll das LG G7 ThinQ die Android-Oberklasse aufmischen. Aber ist da eigentlich überhaupt noch Platz?

Berlin (dpa/tmn) - Künstliche Intelligenz ist momentan das große Ding bei den Smartphone-Herstellern. Auch LG will mitmischen und bringt mit seinem neuen G7 ThinQ ein Android-Spitzenmodell heraus, dessen Kameras selbst erkennen sollen, was sie ablichtet.

Im Vergleich zu anderen LG-Modellen ist das G7 geradezu schlicht. Vorne und hinten gibt es Glas, eingefasst von einem schwarzen Metallrahmen, der das 6,1 Zoll große Display (1440 zu 3120 Pixel) umschließt. Dem aktuellen Trend folgend ragen Frontkamera, Lautsprecher und Sensoren von oben ins Display hinein (Notch genannt). Im Inneren stecken der Qualcomm-Prozessor Snapdragon 845, 64 Gigabyte Speicher und vier Gigabyte Arbeitsspeicher (RAM).

Links gibt es neben dem Lautstärkeregler eine Taste für den Google Assistant. Einmal Drücken öffnet den Assistenten, beim zweiten Mal wird Google Lens aktiviert. Hält man den Knopf gedrückt, lassen sich auch Pausen bei Sprachbefehlen machen. So wirklich braucht das eigentlich niemand, der Knopf lässt sich auch deaktivieren.

Installiert ist Android 8 in einer von LG angepassten Version - aber leider auch viel unnütze Bloatware, die Nutzer nur deaktivieren und nicht entfernen können. Einen Schnitzer erlaubt sich LG bei der Entsperrung via Gesichtserkennung. Die Standarderkennung lässt sich von einem ausgedruckten Foto überlisten. Nutzer müssen erst von Hand die weniger anfällige erweiterte Gesichtserkennung aktivieren. Samsung, OnePlus und andere fielen hier auch schon negativ auf.

Während etwa beim G6 und beim V30 die Kameras nicht ganz mit den Konkurrenz-Modellen mithalten konnten, soll das beim G7 ganz anders sein. Hauptknipse ist eine Dualkamera mit zwei 16-Megapixel-Sensoren, eine davon mit 71, die andere mit 107 Grad Aufnahmewinkel. Das neue Weitwinkelobjektiv soll laut LG am Bildrand weniger verzerren. Für Fotos bei wenig Licht gibt es den Modus "Superhelle Kamera".

Neu bei LG - mit Ausnahme des V30 - ist die Unterstützung der Kamera durch künstliche Intelligenz (AI). Im AI-Kameramodus werden Bildinhalte analysiert und die Einstellungen entsprechend angepasst. Auf dem Display erscheinen dann Schlagworte der erkannten Objekte, etwa Schuhe, Landschaften, Nahaufnahme, Steine, eine Person - aber auch absurde Fehlerkennungen wie Infinity Pool, wenn man ein Foto des Kühlschrankinhalts macht. Anhand der erkannten Objekte verändert die App meist Kontrast und Farbsättigung.

Praktischer Nebeneffekt: Die Fotos werden im AI-Modus gleich verschlagwortet und kategorisiert. Schade: Auch wenn die AI Menschen erkennt, ruft sie nicht automatisch den ansonsten ziemlich guten Porträtmodus auf.

Alles in allem liefert das Duo aus Normal- und Weitwinkelkamera ansprechende Fotos ab - zumindest bei Tag. Bei wenig Licht fällt die Bildqualität und die Ausleuchtung im Vergleich zu aktuellen Modellen der Konkurrenz ab. Auch die KI-Korrekturen sind nicht immer nötig. Da ist LG aber nicht allein, auch die KI-Kameras von Huawei oder Honor treffen nicht immer den richtigen Ton.

Apropos Ton: LG stellt das G7 als Klangwunder mit DTS-X-Sound und angeblichem 7.1-Klang dar. Tatsächlich macht das Telefon als kleiner Lautsprecher ordentlich Wumms. Es gibt sogar fühlbaren Bass. Ein echtes Soundsystem kann das natürlich nicht ersetzen. Aber man kann nur hoffen, dass der Kaufpreis so manchen ÖPNV-Beschaller vom Kauf des G7 abhält - laut genug für einen S-Bahn-Waggon wäre das Gerät.

Wichtiger sind ohnehin die leisen Töne für den Kopfhörer. Wo andere auf USB, Lightning oder gar Bluetooth setzen, kommt das G7 weiter mit analogem Klinkenstecker. Dahinter steckt das Alleinstellungsmerkmal der LG-Spitzenmodelle. Wie etwa schon im V30 ist ein hochwertiger Digital-Analog-Wandler verbaut, der für glasklaren Klang über Kopfhörer mit etlichen Möglichkeiten zur Anpassung sorgt. Verzichtbar ist aber der mit Rauschen irritierende Surroundmodus.

Fazit: LG ist ein schlichtes Prachtstück gelungen. Die Kombination aus guter Kamera und fantastischem Klang macht richtig Spaß und setzt das G7 gut von Mitbewerbern ab. Doch das G7 hat zwei Probleme. Zum einen den Preis: Auch wenn andere Hersteller noch weiter oben ansetzen, sind 850 Euro eine ganze Menge. Dafür gibt es etwa ein Huawei P20 Pro mit besserer Kamera - und für weniger als die Hälfte ein Honor 10 - ebenfalls mit KI-Kamera. Zum anderen locken gerade auch Samsung, OnePlus oder Nokia die Kunden mit interessanten Neuerscheinungen. Doch wer großen Wert auf sein Smartphone als Musik-Abspielgerät legt, sollte sich das G7 genauer anschauen.

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Das rasante Rennen um Follower - "The Crew 2" im Test
Im Rennspiel "The Crew 2" geht es um dasselbe wie im echten Leben: Wie kommt man an möglichst viele Follower? Die Antwort: spektakuläre Rennen fahren und waghalsige …
Das rasante Rennen um Follower - "The Crew 2" im Test
Diese Windows-10-Tipps sollte man kennen
Die meisten neuen Notebooks und Computer kommen heute mit Windows 10 ins Haus. Für manche Nutzer alter Betriebssysteme kann das zunächst ungewohnt sein. Aber es gibt …
Diese Windows-10-Tipps sollte man kennen
Geräte mit Virtual Reality im Überblick
Virtuelle Welten ohne Ende und in atemberaubender Qualität - so lautete das Versprechen der letzten Jahre. Und tatsächlich hat sich in Sachen Virtual Reality einiges …
Geräte mit Virtual Reality im Überblick
Das Made-in-Germany-Smartphone Gigaset GS185 im Test
Selten klang ein Telefon unauffälliger als das Gigaset GS185. Der Mittelklasse-Androide hat aber einige interessante Details unter der Haube - und wird in Bocholt im …
Das Made-in-Germany-Smartphone Gigaset GS185 im Test