Vom Lichthof zum Königsplatz

- Zu einer "Kundgebung zur Feier der nationalen Revolution" lud die Studentenschaft der Universität München vor 70 Jahren in den Lichthof der LMU ein. An den damaligen Rektor wandten sich die Studenten mit der Bitte, zu diesem Anlass eine Rede zu halten. Der sagte umgehend zu und forderte die Dozenten schriftlich zur geschlossenen Teilnahme an der Veranstaltung und der anschließenden "feierlichen Verbrennung" auf dem Königsplatz auf.

<P>Kopien der Original-Briefe des Rektorats und der Studenten vom April und Mai 1933 hat ein Team von Studentenvertretern der LMU aus den Archiven hervorgeholt und in einer Ausstellung im Hauptgebäude zusammengestellt. Bis 23. Mai zeigt die Schau im Gang zwischen der Großen Aula und der Uni-Bibliothek auch im Wortlaut die Feuersprüche, die die Verbrennung der Bücher begleiteten, und zusammenfassende Texte über den 10. Mai 1933.<BR><BR>In Fotografien wird die Aktion des Künstlers Wolfram P. Kastner dokumentiert, der 1995 zur Erinnerung an die Ereignisse einen Brandfleck auf dem Königsplatz angebracht hatte. <BR><BR>"Es gäbe bestimmt bessere Plätze in der Uni als diesen Gang", sagt mit Bitterkeit Julia Mathes, die die Ausstellung miterarbeitet hat. Die Hochschulleitung habe aber nur geringes Interesse gezeigt und den Lichthof nicht zur Verfügung gestellt. <BR><BR>Auch Kastner ist verärgert: "Ich hätte mir gewünscht, dass der Rektor persönlich zur Eröffnung kommt." Doch der habe mitgeteilt, dass die Uni "nur am Rande" an den Ereignissen vor 70 Jahren beteiligt gewesen sei. An seiner Stelle kam Prorektor Werner Schubö zur Ausstellungseröffnung.<BR> <BR></P>

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