LMU-Klinikum löst sich von Universität

- Patienten am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) dürfen auf eine flexiblere und auf ihre Bedürfnisse besser angepasste Versorgung hoffen. Das kündigte jetzt Professor Klaus Peter, der Ärztliche Direktor des Klinikums, bei der Vorstellung der neuesten Rechtsreform an.

Seit Juni ist das LMU-Klinikum mit seinen Standorten in Großhadern und der Innenstadt und mit seinen 9000 Mitarbeitern Anstalt des öffentlichen Rechts.

Uni-Klinikum kann jetzt Firmen gründen

"Wir begrüßen die Entscheidung und wollen jetzt neue Operationsverfahren etablieren und Patientengruppen an uns binden, bei denen wir glauben, dass wir sie besonders gut behandeln können", erklärte Peter.

Die neue Rechtsform bedeute zudem eine größere Flexibilität und kürzere Vorlaufzeiten bei wirtschaftlichen Entscheidungen, etwa bei der Anschaffung von Großgeräten, jedoch keine Tarifautonomie oder eigenständige Gehaltspolitik, betonte Verwaltungsdirektor Günter Auburger.

Zudem können die Verantwortlichen zukünftig Bauvorhaben von bis zu drei Millionen Euro selbstständig absegnen, eigene Firmen gründen und andere Kliniken kaufen und diese zu eigenständigen Betrieben umorganisieren. Dieses Vorhaben könnte vor allem bei Reha-Einrichtungen in nächster Zukunft umgesetzt werden.

Mit der Rechtsreform löst sich das Klinikum weiter von der Universität. Nun sind nur noch Forschung und Lehre an die LMU angegliedert. Auch Lehrstuhlbesetzungen werden noch über die Fakultät der Universität abgewickelt.

Mit dem Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität-München, das schon seit 2003 eine Anstalt des öffentlichen Rechts ist und bei dem man mit dem System bisher gute Erfahrungen gemacht hat, will man weiterhin eine gesunde Konkurrenz pflegen und Gemeinsamkeiten betonen, sagte Peter. In der Diskussion ist bereits ein gemeinsames Rechenzentrum der beiden Münchner Unikliniken einzurichten. Dies würde eine große Kostenersparnis bedeuten.

Für Professor Peter überwiegen die Vorteile der Rechtsform: "Wir haben nun mehr Kompetenz und Verantwortung, aber auch mehr Pflichten und müssen jetzt intelligent und kreativ sein, um daraus etwas Positives zu machen", sagte er.

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