M94,5: Hörfunk aus der Kaserne

- "How We Do" schallt es aus den Lautsprechern im Produktionsstudio. Nach einigen Sekunden schneidet Heiko Hinrichs der Gruppe "Mount Sims" das gesungene Wort ab und blendet über zum Lied "Public Puberty" von "Spookey Ruben". "Ich schneide eine Musik-Promo zusammen", erklärt der 29-Jährige, der beim Aus- und Fortbildungsradio M94,5 derzeit ein Technik-Praktikum macht.

Nach den Nachrichten soll die Musik-Promo kurz die besten Titel der kommenden Stunde vorstellen. Bevor Heikos Werk auf Sendung geht, muss es die kritischen Ohren von Bettina Jech passieren. Als Chefin vom Dienst ist sie verantwortlich für das 15-köpfige Montags-Tagesteam und bespricht mit den Moderatoren die Sende-Abläufe.<BR><BR>Bei der Betreuung des zum großen Teil aus Studenten bestehenden Teams steht ihr in dem Büro an der Schwere-Reiter-Straße Tutor Michael Praetorius zur Seite, der einst bei M94,5 erste Radioluft geschnuppert hat und inzwischen hauptberuflich bei Antenne Bayern arbeitet. "Heute versuche ich, die Realität, die ich aus meinem Sender kenne, hier einzubringen", so Praetorius.<BR><BR>"Viele unserer Ehemaligen arbeiten inzwischen bei professionellen Sendern", betont Programmkoordinator Wolfgang Sabisch. "Das ist unsere Daseinsberechtigung." Denn als Aus- und Fortbildungsradio wurde M94,5 im Frühjahr 1996 von der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien gegründet. Medien-Unternehmen wie zum Beispiel SAT 1 finanzieren den Radiosender, dessen "Schwester-Station" in Nürnberg und den Aus- und Fortbildungs-Fernsehkanal in München.<BR><BR>Hauptsächlich Studenten erlernen in der ehemaligen Kaserne die Praxis des Radiomachens. Wer eine Ausbildung an einer der zum Trägerverein von M94,5 gehörenden Einrichtungen - neben der Ludwig-Maximilians-Universität unter anderen die Deutsche Journalistenschule und die Akademie der Bayerischen Presse - macht, kann sich jeweils zu Semesterbeginn als Mitarbeiter bewerben (nächster Termin in der ersten Vorlesungswoche im April; auf Plakate in der Uni achten!). Die 20 bis 30 Neuen, die jedes halbe Jahr aufgenommen werden, können zusätzlich zur praktischen Arbeit an Seminaren teilnehmen. "Alle belegen einen Schnittkurs und einen Grundkurs", so Sabisch. "Außerdem bieten wir Seminare zu Themen wie Nachrichten, Interview oder Sportberichterstattung an."<BR><BR>Die Arbeit der rund 150 Radiomacher findet in Teams statt, die jeweils für einen bestimmten Wochentag verantwortlich sind. Viele M94,5-Mitarbeiter gehören außerdem einer Redaktion an. Sie haben die Wahl zwischen den Ressorts Hochschule, Politik, Kultur, Unterhaltung, Sport und der Musikredaktion.<BR><BR>Zu letzterer gehört auch Roland Arnoldt. Während im großen Büro drei Mitarbeiterinnen am Konferenztisch die Tagespresse auswerten und am anderen Ende des Raumes ein Interview über die aktuelle Lawinensituation geschnitten wird, arbeitet Arnoldt in einem kleinen Nebenraum an einem Nachbericht über das Konzert der Band "Wir sind Helden".<BR><BR>Voll in seinem Element ist der Lehramts-Student sonst beim Moderieren. Doch das müssen heute andere übernehmen, schließlich ist am Abend die wöchentliche Konferenz der Musikredaktion. Ob er sich später für eine Rundfunk-Karriere oder doch für den Lehrerberuf entscheiden wird, weiß Arnoldt noch nicht, doch er betont: "Das Radio macht mir großen Spaß."<BR>

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