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TV-Koch Tim Mälzer

Entertainment

Tim Mälzer kritisch: "Wir brauchen keine Kochshows mehr"

Viele Kulinaria-Shows sind "superbillig". Sagt nicht irgendeiner. Sagt TV-Starkoch Tim Mälzer und räumt ein, dass er sich auch selbst zum Affen gemacht habe. Sein Fazit: "Wir brauchen keine Kochshows mehr".

Damit keine Missverständnisse entstehen: Mälzer bleibt den geneigten Hobbbyköchen natürlich erhalten. Allerdings redet er bezüglich seiner neuen Fernsehheimat ARD eben nicht mehr von einer Kochshow, sondern von "einer Sendung, die sich um die Zubereitung von Speisen" kümmert. Darüber und über die "Scheißangst vor dem Start" seines neuen Restaurants in Hamburg redet Mälzer auf Spiegel Online.

Vor Mälzer hatte übrigens ein ganz anderer Spitzenmann am Herd einen ähnlichen Geistesblitz: "TV-Kochshows sind die neue Pornographie" verkündete der Starkoch Anthony Bourdain bereits 2007 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Auf die Frage, woher denn die Begeisterung für Kochen im Fernsehen rühre, antwortete der New Yorker erfahren: "Die Leute haben nicht genug Sex. Das Essen dient als Fetisch für die ungestillten Sehnsüchte."

Bourdains Show läuft übrigens dort, wo im deutschen TV das Programm für die geilsten, äh, tollsten Menschen der Welt gemacht wird (das sind Männer): auf DMAX.

Mälzer und sein amerikanischer Kollege sind nur zwei Vertreter ihrer Zunft. Wer sich einmal die Mühe macht, das TV-Programm der Woche nach irgendwie köchelndem Zeitvertreib zu durchforsten, dem fallen viele weitere Namen auf: Lafer, Lichter, Lanz, Henssler, Rach, Reeh, Zacherl, Schubeck, Biolek und noch so einige mehr, sonntags sogar irgendwelche Promis. Muss man nicht alles sehen. Wer sich jedoch partout per Fernbedienung zum Pfannenmeister ausbilden möchte, kann sich den Stundenplan von TVChips.de zusammenstellen lassen: Die Webseite sortiert das kulinarische TV-Programm nach Wochentagen.

Die Zeitschrift FIT FOR FUN leistet ebenfalls Starthilfe und hat einige der beliebtesten Kochshows hinsichtlich ihres Nährwerts untersucht. Das Statistik-Portal Statista geht ganz anders an die Sache heran und fragt gleich seine Nutzer: "Wie gern sehen Sie Kochshows wie "Kochen bei Kerner", "Das perfekte Dinner" oder "alfredissimo"?"

Interessanter als die ganze aktuelle Diskussion um Sinn und Gehalt von Kochshows ist aber eher ein Blick in die Geschichte: Wussten Sie, dass der erste deutsche Fernsehkoch Clemens Wilmenrod eigentlich Carl Clemens Hahn hieß? Der "drehte im Februar 1953 seine Pilot-Sendung für den Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR): Zusammen mit seiner Ehefrau und einem Grill der Marke "Heinzelkoch" bereitete er in "Bitte in zehn Minuten zu Tisch" Omelett und Kalbsniere zu." So nachzulesen im Artikel über die Geschichte der "Kochshows: Vom Lehrstück zum Wettstreit" auf Planet Wissen.

Aber wieso überhaupt Kochen lernen, wenn man doch sowieso alles essen kann? Das macht nämlich Andrew Zimmern, seines Zeichens Alles-Esser auf DMAX. In seiner Sendung "So schmeckt die Welt" steckt der sich einfach alles (!) in den Rachen (siehe dieses Video auf YouTube). Was die Sache - hinsichtlich Mälzers Aussage - tatsächlich einfacher macht: Wir brauchen keine Kochshows mehr.

Vielleicht nur noch die eine heute abend, wenn sich beim perfekten Promi-Dinner die RTL-Dschungelopfer Gundis Zámbó, Peter Bond, Nico Schwanz und Giulia Siegel die Teller reichen. Mahlzeit. (jna)

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