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Ebay-Gründer Pierre Omidyar

Das Märchen von Ebay

Das Thema: Jede Woche stellen wir Seiten, Ideen und Produkte rund um das Internet vor. Doch welche Menschen stehen dahinter? In einer Serie stellen wir einige vor.

Die Geschichte von Pierre Omidyar und seiner Internetplattform Ebay, der größte Auktionsbörse der Welt, beruht auf einem Märchen. Einem PR-Gag.I

n den Anfangstagen verbreitete das Unternehmen, dass Gründer Omidyar für seine Verlobte die Internetseite aufgebaut hatte, weil diese nach einem Wohnungsumzug vor Ort keinen Tauschpartner für PEZ-Figurenspender fand. 1997, zwei Jahre nach dem Start, gab Ebay schließlich zu, die Geschichte frei erfunden zu haben. Die Nutzer störte das nicht. Sie versteigerten online im Sekundentakt Raritäten und Ramsch von Comic-Erstauflagen bis hin zu Badehosen und hatten die Auktionsbörse längst aufs Erfolgskurs gebracht. 2002 machte Ebay bereits umgerechnet über 800 000 Mio. Euro Jahresumsatz. Mittlerweile sind es über 7 Mrd. Euro.

Die Laufbahn des iranischstämmigen Pierre Omidyar verlief - ganz im Gegensatz zum verbreiteten Internet-Märchen - geradezu langweilig. 1967 in Paris geboren, zog Omidyar im Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern nach Washington D.C.

Schon als Schüler saß er stundenlang am PC. Anstatt die Zeit mit Computerspielen zu vergeuden, programmierte er kleine Anwendungen. Das sollte sich auszahlen. Nach einem Informatik-Studium an der Tufts Universität in Massachusetts arbeitete er bei General Magic und Claris, einer Tochterfirma von Apple. Omidyar bewies ein gutes Gespür dafür, die Möglichkeiten des Internets auszuloten.

 Mit eShop entwickelte er für seine erste eigene Firma eine Software für elektronische Bezahlsysteme. Während Microsoft diese übernahm, tüftelte er an einer Plattform, auf der Privatpersonen kaufen, verkaufen und versteigern konnte. Ebay war geboren. Millionen nutzten es, selbst als Omidyar 1996 Gebühren erhob, um Ebay in die Gewinnzone zu führen.

Aus dem Ebay-Geschäft hat sich Omidyar mittlerweile zurückgezogen. Der Milliardär hat sich neuen Herausforderungen zugewandt und auf Hawaii das Nachrichtenportal civilbeat.com zum Mitmachen gegründet. Damit wolle er den kriselnden Journalismus wiederbeleben, so Omidyar.

Von Stefan Moriße

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