Mäuse im Visier

- Wer kennt das Gefühl nicht? Man sitzt vor dem Computer, steht unter Zeitdruck und die Kiste vor einem will einfach nicht gehorchen. Sie muckt, zickt und verweigert jeden Befehl. Nicht wenige Menschen flippen da aus, beschimpfen oder schlagen ihren Computer gar.

<P>"Am aggressivsten gegenüber ihrem Computer verhalten sich Personen, die eine persönliche Beziehung zu ihrem PC haben, eher jung sind, Gewalt nicht prinzipiell ablehnen und deren Kollegen sich gegenüber dem Rechner ebenfalls aggressiv verhalten", weiß die Soziologin Marleen Brinks. In ihrer Magisterarbeit hat die Münchnerin die Ursachen für Gewaltausbrüche gegen Computer erforscht, und Interessantes entdeckt. "Die Gründe dafür liegen in schlechter Anwenderfreundlichkeit, schlechter Software und in ungenügenden Bedienungsfähigkeiten", erläutert Brinks.<BR> <BR>Zwei Drittel der von ihr befragten Anwender - hochgebildet und mindestens 30 Stunden wöchentlich am Computer sitzend - hat danach schon einmal seinen Rechner angeschrien. Rund ein Drittel reagiert seine Wut an der Maus ab. "Die Maus ist damit häufigstes Opfer tätlicher Übergriffe", sagt die Soziologin.<BR><BR>Als Maßnahmen zur Verringerung der Aggressionen schlägt Brinks vor, zusammen mit Kollegen z. B. eine Schulung zu verlangen oder professionelle Hilfe von Experten kommen zu lassen. "Der IT-Spezialist sollte dann konsultiert werden, wenn irgendwas daneben geht, man sollte nicht selbst anfangen, am PC herumzudoktern", meint sie. "Ein weiteres Potenzial zur Aggressionsreduktion liegt in dem Erkennen von Emotionen durch die PC's", sagt Brinks. "Auch eine Änderung in der Wartungsstrategie von Software verspricht schnellere Linderung".<BR><BR>Es gibt erste Computer-Systeme, die menschliche Aktivität und Emotionen wahrnehmen, aber das System steckt noch in den Kinderschuhen. "Da viele Menschen ihren PC als Lebewesen wahrnehmen, von dem sie sich provoziert fühlen, könnte diese Technik einmal Anwendungsfrustrationen reduzieren", so Brinks.<BR></P>

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