Mangelware Studentenjob

- Der Andrang ist riesig, die Jobs sind knapp. Wenige Wochen nach Semesterbeginn suchen viele Hochschüler verzweifelt nach bezahlter Arbeit, um sich ihr Leben auf Münchens teurem Pflaster zu finanzieren. Doch ähnlich betrüblich wie auf dem sonstigen Arbeitsmarkt ist die Lage auch bei der Stellenvermittlung an Studenten.

<P>"Wer direkt von der Schule kommt und noch keine berufliche Erfahrung oder besondere Qualifikation vorweisen kann, hat es ganz schwer, von uns überhaupt vermittelt zu werden", schildert Hans Schreyegg, Leiter der Jobvermittlung bei der Münchner Agentur für Arbeit, die derzeitige Lage. "Wir haben leider weitaus mehr Anfragen als Jobs." Ein ähnliches Bild zeichnet Tom Schindler von der "Job-Börse".</P><P>Als offizieller Partner des Münchner Studentenwerks vermittelt sein Unternehmen über Büros in der Mensa an der Leopoldstraße und auf dem Campus Garching Arbeit an Hochschüler. "Jetzt, wo die neuen Studenten mit Stundenplan und Wohnung alles unter Dach und Fach haben, suchen sie auch einen Job", so Schindler. Doch auch bei ihm gehen viele Arbeitssuchende leer aus. Selten kann er pro Tag viel mehr als zehn Studenten vermitteln.</P><P>Die Folge: Wer auf einen Job angewiesen ist, darf bei der Art seiner Tätigkeit nicht sehr wählerisch sein. "Studenten sind sehr willige Arbeitskräfte", bestätigt Michael Bayer von der Sozialen Informations- und Beratungsstelle der LMU-Studentenvertretung. Wegen ihrer oft prekären Finanzlage seien viele Hochschüler "erpressbar" und würden für wenig Geld fast jede Arbeit erledigen. Gleichzeitig seien die Qualifikationsanforderungen, die Firmen an studentische Nebenjobber stellen, oft viel zu hoch, bemängelt er. "Recht häufig werden Helfer für Umzüge gesucht", so Arbeitsvermittler Schreyegg.</P><P>"Bei dem großen Mangel an Jobs schreckt auch kaum ein Student vor körperlich anstrengenden Arbeiten zurück." Eine Entspannung der schlechten Angebotslage für Nebenjobs wird vorerst nicht erwartet. "Der studentische Arbeitsmarkt verhält sich entsprechend dem normalen Arbeitsmarkt", begründet Hans Schreyegg seine Einschätzung. Zugleich warnt er davor, in der Not jede Stelle anzunehmen. So verheißen vor allem an Ampelmasten und Laternenpfählen angeklebte Job- Angebote oft horrende Gewinne in kurzer Zeit. Schreyegg: "Wenn man aber bei einem Job vorher Geld mitbringen und zum Beispiel ein Seminar für 100 Euro machen muss, ist das nicht seriös."</P><P>Tipps für die Stellensuche<BR>Agentur für Arbeit:<BR>Längerfristige Studentenjobs unter Telefon (089) 5309 -8033/ -8036,<BR>kurzfristige unter -8030.<BR>Montags bis freitags Job-Verlosung um 8 und um 13.30 Uhr (fr. nur 8 Uhr).<BR>Passfoto und Studentenausweis mitbringen!<BR><BR>Job-Börse: Telefon (089) 27 31 25 70.<BR>Online-Registrierung: www.jobcafe.de.<BR>Soziale Informationsund Beratungsstelle beim LMU-AStA: Tel.: 089/ 2180-2072.</P>

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