„Keine Wettbewerbseinschränkung“

Marktbeherrschung: Google wehrt sich gegen Vorwürfe

München - Der Riesenkonzern Google hat die schweren Vorwürfe der Europäischen Union zurückgewiesen: Laut Google-Anwalt Kent Walker gibt es keinen Marktmissbrauch durch das Smartphone-Betriebssystem Android.

"Android hat den Wettbewerb nicht eingeschränkt, es hat ihn erweitert", erklärte Google-Anwalt Kent Walker am Donnerstag. Kein Hersteller sei dazu gezwungen, Google-Apps vorzuinstallieren. Vielmehr biete Google den Herstellern eine Reihe von Apps als Set an, mit denen Grunddienstleistungen abgedeckt würden. Die EU-Kommission hatte die Untersuchung zu Googles Betriebssystem Android im April 2015 auf den Weg gebracht.

Die Kontrolle liegt bei den Kunden

 Im April dieses Jahres folgte die formelle Beschwerde. Darauf kann ein Unternehmen normalerweise binnen zwölf Wochen reagieren. Im Fall von Google wurde jedoch keine Frist gesetzt. Walker betonte nun, "Kunden können selbst aussuchen, welche Apps sie installieren". Indem das Unternehmen eine Reihe von eigenen Produkten über Android anbiete, sei es überhaupt möglich, das Betriebssystem kostenlos anzubieten. 

Die stetigen Innovationen und große Auswahl sowie fallende Preise für Smartphones zeigten darüber hinaus, dass der Wettbewerb funktioniere. Derzeit liefen 24.000 verschiedene Modelle von mehr als 1300 Marken mit Android. Seit 2011 seien von Nutzern zudem 15 Milliarden Mal Apps heruntergeladen worden, die eine ähnliche Funktion wie die von Google vorinstallierten Anwendungen erfüllten, argumentierte Walker. "Viele vorinstallierte Apps haben keinen Erfolg, während andere, die heruntergeladen werden müssen, extrem erfolgreich sind" - er nannte die Musikapp "Spotify" sowie "Snapchat" als Beispiele. 

Google soll bewusst manipulieren

Die Kommission hatte Google vorgeworfen, Hersteller müssten bestimmte Bedingungen erfüllen, wenn sie ihre Geräte mit dem populären Play Store des Konzerns ausstatten wollen. Darüber hinaus würden sie verpflichtet, die Suchmaschine von Google zu installieren. Außerdem verpflichte der Internetkonzern einen Hersteller, der Google-Anwendungen wie Play Store oder Chrome auf einem seiner Geräte vorinstallieren wolle, keine anderen Betriebssysteme für seine Geräte zu benutzen. Google zahle Herstellern Geld dafür, um ausschließlich Suchmaschinen von Google auf ihre Geräten vorzuinstallieren.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gamescom: Ein Blick auf Videospieler in Deutschland
In Köln trifft sich dieser Tage die Gamer-Szene. Sagt man. Doch ganz so leicht ist die Sache nicht. Die eine Szene gibt es längst nicht mehr, Videospiele sind aus der …
Gamescom: Ein Blick auf Videospieler in Deutschland
"Genesis Alpha One": Mit Klon-Labor auf Erkundungsfahrt
Auf der Suche nach einem neuen Planeten für die Menschheit erleben Spieler in "Genesis Alpha One" abwechslungsreiche Abenteuer. Das an sich bekannte Szenario wird als …
"Genesis Alpha One": Mit Klon-Labor auf Erkundungsfahrt
GAMESCOM: durchbuchstabiert, was sich in Köln abspielt
Zocken, Gucken, Kostümieren - zur Gamescom in Köln werden wieder Hunderttausende Spielefans erwartet. Ein Schwerpunkt ist in diesem Jahr der E-Sport, die Kanzlerin …
GAMESCOM: durchbuchstabiert, was sich in Köln abspielt
"Sparc" ist schweißtreibender Sport in virtueller Realität
Ein Highlight der Gamescom kommt vom isländischen Entwickler CCP Games und bringt virtuelle Realität und Sport zusammen. Bei "Sparc", einer absurden Mischung aus Tennis, …
"Sparc" ist schweißtreibender Sport in virtueller Realität

Kommentare