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Kann man auf einem Telefon keine Apps herunterladen, ist es nach Diktion der Marktforscher kein Smartphone.

MArktforscher sind sich sicher

Smartphones verdrängen einfache Handys

Egham - Der Smartphone-Boom krempelt die Handy-Branche um. Inzwischen werden stabil mehr Computer-Handys als einfache Geräte verkauft. Das stellt einige Player vor große Herausforderungen.

Smartphones überholen laut Marktforschern weltweit einfache Handys. Im vergangenen Quartal sackte der Absatz einfacher Mobiltelefone im Jahresvergleich um ein Fünftel ab, wie aus Zahlen der Marktforschungsfirma Gartner hervorgeht. Auf 225,3 Millionen verkaufte Smartphones kamen zuletzt knapp 210 Millionen einfache Geräte.

In den entwickelten Märkten wie Westeuropa oder die USA werden bald fast nur Smartphones im Angebot sein, sagte Gartner-Analyst Anshul Gupta der dpa. Weltweit dürften die einfachen Handys aber noch mindestens die nächsten fünf Jahre eine Rolle spielen. „In Wachstumsmärkten wie zum Beispiel Indien ist es auch eine Preisfrage: Ein einfaches Handy kostet weniger als 25 Dollar und selbst das billigste Smartphone 60 Dollar.“ Erst wenn sich diese Lücke schließe, dürfte das Ende der Billighandys weltweit besiegelt sein. Die Marktforscher ziehen die Trennlinie zwischen den Geräteklassen bei den Anwendungen: Kann man auf einem Telefon keine Apps herunterladen, ist es nach ihrer Diktion kein Smartphone.

Samsung hält den Handy-Markt weiterhin fest im Griff: Von dem südkoreanischen Hersteller kam jedes vierte Mobiltelefon insgesamt und nahezu jedes dritte Smartphone. Samsung verkaufte nach Gartner-Schätzung im zweiten Quartal über 71 Millionen Smartphones. Rechnet man die einfachen Handys dazu, setzte Samsung insgesamt 107 Millionen Mobiltelefone ab. Der langjährige Branchenprimus Nokia hält sich in der Gesamtrechnung zwar auf Platz zwei, doch hier machen die weniger gewinnträchtigen Billighandys den Großteil des Geschäfts aus. Mit dem Wandel des Marktes sank der Nokia-Absatz entsprechend auf knapp 61 Millionen Mobiltelefone von gut 83 Millionen vor einem Jahr.

Gartner-Analyst Gupta sieht Nokia in einer besonders schwierigen Situation: Im Gegensatz zu anderen Marktteilnehmern machen bei den Finnen die einfachen Handys den Löwenanteil vom Absatz aus - etwa 85 Prozent. „Damit stehen sie unter besonderem Druck, den Smartphone-Absatz zu steigern, während sie mit einem schrumpfenden Billigsegment zu kämpfen haben.“

Apple rutschte im Smartphone-Geschäft laut Gartner auf einen Marktanteil von 14,2 Prozent von 18,8 Prozent vor einem Jahr ab. Das Google-Betriebssystem Android erreichte mit Geräten verschiedener Hersteller den Höchststand von 79 Prozent. Diese Zahlen decken sich in etwa mit den bereits veröffentlichten Berechnungen des zweiten großen Tech-Marktforschers IDC.

dpa

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