Marsbilder landen in der TUM

- Warten auf die ersten Bilder vom Mars, heißt es nicht nur bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA, sondern auch an der Technischen Universität München (TUM): Mit beteiligt an der Verarbeitung der riesigen Mengen an Bilddaten, die seit dem Wochenende vom europäischen Mars Express zur Erde gelangen, ist der Lehrstuhl für Photogrammetrie und Fernerkundung.

<P>"Wir haben uns schon 1988 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für dieses Projekt beworben", erklärt Professor Heinrich Ebner, der Chef des Lehrstuhls für Photogrammetrie und Fernerkundung der TUM. "In der nächsten Woche werden wir die ersten Bilder auf dem Tisch haben", freut er sich, nachdem er die Nachricht von Professor Gerhard Neukum, dem Erfinder der hochauflösenden Kamera im Mars-Express bekommen hat, dass alle Systeme an Bord der europäischen Raumsonde einwandfrei arbeiten. </P><P>In München werden die Bilder, die jetzt im Darmstädter Kontrollzentrum ESOC eintreffen, für die Kartenerstellung des Roten Planeten aufbereitet. Vor allem werden sie abgeglichen mit bereits vorhandenen Karten von amerikanischen Missionen. Heinrich Ebner hat im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) seinem Doktoranden Michael Spiegel (26) die Datenauswertung übertragen. </P><P>Auf seinem Rechner in einem Arbeitsraum im Hauptgebäude an der Arcisstraße werden in den nächsten vier Jahren tausende von dreidimensionalen Bildern eintrudeln, die jeweils ein Areal von 52 mal 300 Kilometern abdecken und eine Auflösung von zehn Metern haben. Am Ende wird der gesamte Planet in Stereobildern erfasst sein, resümiert Gerhard Neukum. </P><P>"Um Karten an bereits vorhandene Karten anzugleichen bedarf es eines hohen Programmieraufwands" erklärt Michael Spiegel. "Denn die Kamera hat nicht immer dieselbe Höhe über dem Untergrund". Mars Orbiter fliegt nämlich in einer elliptischen Bahn um den Planeten. Sein nächster Punkt befindet sich 270 Kilometer über dem Mars, sein fernster in 11 000 Kilometer Entfernung. "Fotografiert wird nur, wenn sich der Orbiter nahe am Planeten befindet. </P><P>Trotzdem ist die Entfernung nie dieselbe. So entstehen durch die Höhenschwankungen des Orbiters Verzerrungen bei jeder Aufnahme, die von den Fernerkundern mit bereits vorhandenen Karten abgeglichen werden müssen", erklärt Spiegel. "Nur so kann man die genaue Position der Kamera ermitteln." </P><P>Erst anschließend können die Teilausschnitte zu einer maßstäblich einheitlichen Gesamtaufnahme zusammengefügt werden.<BR>Schon vor zwei Jahren hat Spiegel angefangen, das Programm zu entwickeln, mit dem es ihm nun möglich ist, die Position der Kamera aus den Bilddaten zu gewinnen. </P><P>Spiegel hat ebenfalls mitgezittert, als Mars Orbiter in seine Umlaufbahn einschwenkte. "Ich freue mich auf die Bilddaten", meint der Münchner Doktorand. "Jetzt werden wir die Möglichkeit haben, unser Programm endlich in der Praxis zu anzuwenden."<BR></P>

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