Mausklick auf dem virtuellen Arbeitsmarkt zum neuen Job

- Nürnberg - Der ganz große Wurf ist es dann doch nicht geworden: In einer Rumpfvariante hat die Bundesanstalt für Arbeit (BA) am Montag in Nürnberg ihren neuen virtuellen Arbeitsmarkt gestartet. Die völlig überarbeitete und erweiterte Online-Jobbörse hat nach Angaben von BA-Projektleiter Jürgen Koch vor allem ein Ziel: "Mehr Menschen schneller in einen neuen Job zu bringen."

<P>Schon in zwei Jahren soll jeder zweite Job über das Internet vermittelt werden, hofft man bei der Nürnberger Bundesbehörde.</P><P>Das soll vor allem dadurch geschehen, das die Internet-Jobbörse der BA im Unterschied zu den bisherigen elektronischen "Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Informations-Systemen" viel bürokratischen Ballast abgeworfen hat. Schon die Adresse soll dies verdeutlichen: Statt unter "www.arbeitsamt.de" kommt die neue Jobbörse im Vorgriff auf den Umbau der Bundesanstalt unter der neuen Internet-Adresse "www.arbeitsagentur.de".</P><P>Nach Angaben von Projektleiter Koch bringt der neue "Virtuelle Arbeitsmarkt" Arbeitgebern und Arbeitslosen im Kern folgende Vorteile:</P><P>- Firmen können ihre neuen Stellen künftig selbst in die Jobbörse der Bundesanstalt einstellen. Das gleiche gilt für Jobsucher. Auf diese Weise können neue Stellen sofort nach ihrer Ausweisung im Internet angeboten werden. "Bisher vergingen schon mal einige Tage, bis eine neue Stelle nach ihrer Meldung beim Arbeitsamt in das Internet-Angebot eingepflegt war", räumt Koch ein. Manche Unternehmen hatten aus Scheu vor der Bürokratie gleich ganz auf die Einschaltung der Arbeitsämter verzichtet.</P><P>- Auch können sich Unternehmen im neuen virtuellen Arbeitsmarkt künftig umfassend präsentieren. Bewerber erhalten damit wichtige Zusatz-Informationen über ihren künftigen Arbeitgeber.</P><P>- Zudem bietet der neue virtuelle Arbeitsmarkt im Unterschied zu den bisherigen Online-Stellenbörsen der Bundesanstalt die Möglichkeit des direkten Kontakts. Das Arbeitsamt muss nur noch eingeschaltet werden, wenn es ein Stellensuchender ausdrücklich wünscht.</P><P>- Umstritten ist hingegen die neue Suchfunktion beim virtuellen Arbeitsmarkt. Wer dort beispielsweise eine Stelle als Mechatroniker sucht, der erhält nach Angaben der BA anders als bisher auch Hinweise auf freie Stellen in verwandten Berufen. "Wir wollen Bewerbern auch Alternativen zu ihrem Stellenwunsch aufzeigen", erläutert Koch. Einem Journalisten mit guten Englischkenntnissen würden beispielsweise auch Übersetzer-Jobs angeboten - auch wenn er daran gar nicht interessiert ist.</P><P>Begrenzt bleibt weiterhin die Zahl der im virtuellen Arbeitsmarkt angebotenen Jobs, die bislang bei rund 350 000 liegt. Bemühungen der Bundesanstalt, mittels großer Job-Datenbanken ihren Stellenpool deutlich aufzustocken, haben vorerst die vier größten Jobportale Jobpilot, Jobscout24, Monster und Stepstone verhindert. "Die Bundesanstalt hat bislang keinen umsetzbaren Vorschlag gemacht", erläuterte Monster-Chef Kai Deininger. Zudem weiche die BA mit ihren neuen Berufs-Kategorien deutlich von internationalen Standards ab.</P><P>Der BA-Projektleiter hat freilich das Bemühen um die vier Marktführer noch keineswegs aufgegeben. Im Januar seien neue Verhandlungen mit ihnen geplant. Nach Kochs Ansicht hat die Andockung der Job-Bestände der privaten Vermittler an den Virtuellen Arbeitsmarkt eindeutig Vorteile. "Wir haben eine Reichweite von 6 Prozent, die Jobbörsen von 1,8 Prozent". Die Folge: Bei einer Anbindung an die BA-Jobbörse würden deutlich mehr Jobsucher auf den privaten Jobportalen landen als bisher. Vorerst arbeitet die BA nur mit den Portalen job.de und jobstair.de der 30 DAX-Unternehmen zusammen.</P>

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