Per Mausklick in die Vorlesung

- Studieren per Mausklick - solche Angebote gibt es an deutschen Präsenz-Hochschulen noch immer selten. Die Technische Universität München (TUM) leistet jetzt Pionierarbeit: Kurse im Netz, Vorlesungen auf Video und Chatrooms mit Dozenten sollen das Studieren im Internet ermöglichen. Auch an der Ludwig-Maximilians-Universität nehmen die E-Learning-Angebote zu.

Die TU München will künftig alle Online-Angebote bündeln. "ElecTUM" heißt das neue Projekt, mit dem in den nächsten Jahren eine zentrale Lernplattform für Studenten, Tutoren und Professoren entstehen soll. Sie soll das Lernen und den wissenschaftlichen Austausch erleichtern.

"Wir wollen E-Learning zu einem festen Bestandteil des Lehrens, Lernens und Arbeitens an der TUM machen", sagt Sabine Rathmayer, die das Projekt leitet. Bisher unterhalten nur einzelne Lehrstühle an der TUM für ihre Mitarbeiter Online-Foren.

"Wir werden künftig Vorlesungen per Video aufzeichnen und ins Netz stellen und Lehrveranstaltungen mit multimedialen Inhalten anreichern", sagt Rathmayer. Zudem sollen Studenten online Fragen an ihre Dozenten stellen können. "In diesem Wintersemester werden bereits rund 80 Kurse im Netz angeboten", erklärt sie.

Studenten nutzen virtuelle Uni nur zögerlich

Die meisten deutschen Universitäten warten in puncto E-Learning noch ab. Nur wenige Hochschulen besitzen bis heute eine Gesamtinternet-Plattform.

Nach einer Umfrage des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in Hannover unter deutschen Studenten sind zumindest die technischen Voraussetzungen für E-Learning-Angebote vorhanden. Mehr als 90 Prozent der Befragten gaben an, einen privaten Internetanschluss zu besitzen.

Dass die Anfreundungs-Phase mit Internet-Lernangeboten bei Studenten eine gewissen Zeit benötigt, zeigt das Projekt der Virtuellen Hochschule Bayern. Im Sommersemester 2005 hat die Online-Hochschule 11 800 Kursbelegungen verzeichnet, im Sommersemester 2004 waren es erst rund die Hälfte. "Wie Studenten solche Online-Angebote annehmen, hängt stark davon ab, wie gut die Dozenten darauf hinweisen", sagt Elke Schwämmlein, die Sprecherin der Virtuellen Hochschule.

Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) bietet noch keine eigene Plattform zum E-Learning. Jedoch gibt es an einzelnen Einrichtungen, wie dem Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie, die Möglichkeit, Seminare und Übungen online zu belegen. "Solche Angebote werden vor allem von Studenten benutzt, die zum Beispiel ein Kind zu Hause haben, krank sind, oder sich gerade im Ausland aufhalten", erklärt Katharina Schnurer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl. Im Hauptstudium können die Studenten hier auch Scheine für ihren Abschluss erwerben. "Wir haben besonders mit Chatforen positive Erfahrungen gesammelt, in denen praxisbezogene Fragestellungen erörtert wurden", sagt sie.

Die TUM-Plattform findet man im Internet unter www.elearning.tum.de. Weiter geht es dann mit einem Password nur für Studenten der Uni. Die Virtuelle Hochschule Bayern ist im Netz unter www.vhb.org.

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