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"Jedem das Seine": Dieser Satz hing zum Hohn über dem Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald.

Tchibo wirbt mit Nazi-Satz

Wir haben uns nach kuriosen Mediengeschichten umgesehen: Tchibo wirbt mit Nazi-Satz, russischen Journalisten fehlt Humor und Christian Klar gewinnt.

Tschibos fehlgeleitete Kampagne

Zwar tritt Tchibo mit seiner neuen Werbung in berühmte Fußstapfen, doch sind diese wenig ehrenwert: Der Kaffeehersteller bewarb in einer Aktion mit Esso-Tankstellen seine Produkte mit dem Slogan "Jedem den Seinen". Einen ähnlichen Satz hatten die Nationalsozialisten über dem Eingang eines Konzentrationslagers installiert. Dort stand: "Jedem das Seine". Tchibo hat sich bei den Kritikern entschuldigt und die Werbung zurückgezogen. Berühmte Vorgänger, die auch diesen Satz als Werbung nutzten, waren Nokia (1998), Rewe (1998), Burger King (1999) und die Münchner Merkur-Bank (2001).

Der Satz geht auf das 2000 Jahre alte Zitat "suum cuique" zurück. Der Rechtsphilosoph Hermann Klenner hat einen Aufsatz über seine Bedeutung geschrieben. Im Blog des Magazins P.M. fordert ein Autor die Rehabilitierung des Satzes, der sich immerhin gegen seinen Missbrauch nicht wehren konnte.

Estland foppt russische Journalisten

In Estland wird gerade heftig über russische Journalisten gespottet, weil diese auf eine erfundene Geschichte hereingefallen sind. Die Wochenzeitschrift Eesti Ekspress hatte geschrieben, ab sofort dürften Journalisten nur noch barfuß zu Pressekonferenzen erscheinen. Wenn es kalt ist, dürften sie Wollsocken tragen. Das sei die Konsequenz aus der Schuhattacke auf George W. Bush. Einige russische Medien hatten die Meldung ungeprüft übernommen. "Es sieht so aus, als lebten wir in einer Ära mit vollständiger Humorlosigkeit", schrieb Eesti Ekspress in seiner jüngsten Ausgabe.

Christian Klar gewinnt gegen Zeitungen

Der jüngst aus dem Gefängnis entlassene Ex-RAF-Terrorist Christian Klar hat beim Berliner Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen die Zeitungen B.Z. und Bild durchgeboxt. Demnach ist es den Zeitungen verboten, ein vergangene Woche aufgenommenes Foto abzudrucken. Klars Anwälte machen damit ihre Ankündigung wahr, juristisch gegen die Veröffentlichung aktueller Bilder vorzugehen. In der Welt wägt der Autor ab, was mehr zählt: Das öffentliche Interesse an Christian Klar oder Klars Anspruch auf Resozialisierung.

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