Mehr als 100 000 Lehrer bei "Spickmich.de" benotet

Köln - Mehr als 100 000 Lehrer sind bundesweit seit dem Start der Internetseite "Spickmich" vor vier Monaten von ihren Schülern bewertet worden. Dabei erhielten sie die Durchschnittsnote 2,7.

Das teilten die Macher der Seite, vier Studenten im Alter zwischen 23 und 26 Jahren, am Mittwoch in Köln mit. Viele Schüler hätten nur darauf gewartet, zu Wort zu kommen, sagte Spickmich-Initiator Tino Keller. "Mit der Benotungsfunktion machen wir das möglich." Unter www.spickmich.de können Lehrer unter anderem in den Kategorien "sexy", "cool und witzig" sowie "menschlich" mit Schulnoten eingeschätzt werden.

Vor Beginn der Sommerferien in den verschiedenen Bundesländern machten viele Nutzer von Spickmich von der Möglichkeit Gebrauch, ihren Lehrern Zeugnisse auszustellen. Die meisten Schüler seien dabei durchaus zufrieden mit den Lehrern, sagte Spickmich-Sprecher Bernd-Dicks. Schätzungsweise jede zehnte Bewertung falle schlecht für Lehrer aus. Laut Dicks trug das nach eigenen Angaben nichtkommerzielle Angebot bereits zur Verbesserung des Unterrichts bei. So hätten Schüler berichtet, wie Lehrer auf Grund von Kritik bei Spickmich ihr Lehrkonzept überarbeiteten.

Lehrer hatten zuletzt scharfe Kritik an Spickmich geäußert. So verhandelt das Kölner Landgericht derzeit über die Klage einer Lehrerin, die sich von Bewertungen auf der Internetseite in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt sieht. Das Gericht will seinen Beschluss in der nächsten Woche verkünden. In einer ersten Bewertung hatten die Richter die Benotung von Lehrern als rechtens bezeichnet.

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