Mehr Professorinnen an die FHs

- Bayern liegt mit seinen Fachhochschulen bundesweit an drittletzter Stelle, wenn es um Karrier-Chancen für Frauen geht: Nur 7,8 Prozent beträgt der Frauenanteil in der Professorenschaft. "Rein in die Hörsäle!" lautet deshalb der Titel eines Lehrauftragsprogramms für Frauen, das der Landtag im Jahr 2000 auf den Weg gebracht hat. Eine Auswertung durch das Institut für Hochschulforschung (IHF) bescheinigt dem Projekt nun erste Erfolge.

<P>"Inzwischen haben sieben Frauen, die über das Programm einen Lehrauftrag erhalten hatten, eine Professur an einer bayerischen Fachhochschule", sagt Gerdi Stewart vom IHF, die das Lehrauftragsprogramm wissenschaftlich begleitet. Angesichts der kurzen Laufzeit des Programms und der Dauer eines Berufungsverfahrens von durchschnittlich einem Jahr sei dies ein Erfolg, betont Freya Amann, die das Programm von der Fachhochschule München aus bayernweit betreut.<BR><BR>Reinschnuppern und Netzwerke aufbauen</P><P>"Es gibt so viele hoch qualifizierte Frauen", betont "Rein-in-die-Hörsäle"-Leiterin Amann. "Wir müssen schauen, dass sie auch als Dozentinnen und Professorinnen in die Fachhochschulen kommen."<BR><BR>Rund 200 Frauen haben das Programm seit seinem Start im Wintersemester 2001/2002 durchlaufen. Mit Geldern, die die Staatsregierung eigens für "Rein in die Hörsäle" bereitgestellt hat, bezahlt, konnten sie für bis zu vier Semester erste praktische Erfahrung als Dozentinnen sammeln.<BR><BR>"Viele schnuppern einfach mal herein und merken dann, wie viel Spaß ihnen die Lehre macht", berichtet Amann. Frauen, die sonst in der Wirtschaft oder als Freiberulerin tätig sind, könnten mit einem Lehrauftrag die Fachhochschule als Arbeitsplatz kennen lernen und ein Netzwerk von beruflichen Kontakten knüpfen, erklärt sie.<BR>Die von Stewart und ihrem Kollegen Götz Schindler durchgeführte Befragung ergab, dass fast 60 Prozent der am Lehrauftragsprogramm beteiligten Frauen inzwischen gute Kontakte zu einer Hochschule haben, die sie dem Ziel einer Professur näher bringen können.<BR><BR>Hochschulforscher für Fortsetzung</P><P>Wie groß der Erfolg des Lehrauftragsprogramms am Ende sein wird, lässt sich laut Stewart und Amann derzeit noch nicht abschätzen. Zunächst wurde das ursprünglich bis 2004 angelegte Projekt aber bis 2006 verlängert. "Es wäre wünschenswert, dass das Programm darüber hinaus weiterläuft", schließt Hochschulforscherin Stewart aus ihrer Studie.<BR></P>

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