Mehr Qualität im Netz

- Klaus Diepold, Chef des Lehrstuhls für Datenverarbeitung der TUM, hat sein eigenes Kino. Es ist nur etwa vier mal vier Meter groß und zeigt ständig die gleichen Filme. Vier Stühle stehen in dem mit grauen Stofftüchern verhangenen Raum. Dazu ein Videobeamer an der Decke und Neonleuchtröhren am Boden.

<P>Hier zeigt der Professor seinen Besuchern Kurzfilme in verschiedener digitaler Qualität und lässt sie von ihnen bewerten. Er will mit seinen Mitarbeitern herausfinden, welche Software es am besten schafft, audiovisuelle Daten für den Betrachter realistisch darzustellen. <BR><BR>Arbeitsgruppen, die sich weltweit mit der Entwicklung einer solchen Software beschäftigen, überlassen ihm ihre Ergebnisse zum Austesten im Kino. Testpersonen, die immer die gleichen Filme anschauen, die mit unterschiedlicher Software gezeigt werden, müssen dann beurteilen, welche die realistischste Wiedergabe erzielt. <BR><BR>Diepold ist Mitglied der Arbeitsgruppe "MPEG" (Moving Picture Experts Group), die sich mit der Standardisierung von digitaler Informationstechnologie beschäftigt. Ihr Ziel ist es, weltweit einheitliche technische Vorausetzungen zu schaffen, damit jeder an jedem Ort seinen DVD-Player anschließen oder übers Internet digitale Filme herunterladen kann. Bis jetzt hat die MPEG-Gruppe schon vier internationale Standards für digitale Bildverarbeitungsverfahren erarbeitet.<BR><BR>Diepold beschäftigt sich aber auch mit der Sicherheit von Daten und Datenübertragung im Internet. "Hier gibt es noch erheblichen Forschungsbedarf", sagt Diepold. "Wir entwickeln nun an der TUM ein Sicherheitsmanagementsystem, das sicherheitsrelevante Einrichtungen und Mechanismen der Netze und Endgeräte geeignet einstellt und überwacht." Das Problem bei dem Projekt: Die zahlreichen Anwender benutzen unterschiedliche Technologien und unterschiedliche Betriebssysteme.<BR><BR>Selbst Menschen, die sich meist übers Internet verständigen, müssen sich manchmal persönlich treffen. Diepold lädt vom 15. bis 19. März zum 68. MPEG-Treffen an die TUM, um über Datenkompression und Medientechnik diskutieren. Dann wird der Beamer in dem kleinem Kino wieder auf Hochtouren laufen. <BR><BR></P>

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