Mehr Retortenbabys im Ausland

- In Deutschland ist jedes 70. Neugeborene mittlerweile ein Retortenbaby - 70 000 Versuche einer außerkörperlichen künstlichen Befruchtung werden jährlich durchgeführt. Für kinderlose Paare ist eine solche, strapaziöse Behandlung die große Hoffnung auf das ersehnte Wunschkind.

<P>Die Erfüllung dieses Wunsches ist vielen Paaren so wichtig, dass sie die künstliche Befruchtung im europäischen Ausland (die Schweiz ausgenommen) durchführen lassen - weil in Deutschland die Grenzen des Embryonenschutzgesetzes bestimmte Behandlungsformen nicht zulassen. </P><P>Die gesetzlichen Regelungen der deutschen Fortpflanzungsmedizin waren Thema der Tagung "Unerfüllter Kinderwunsch. Deutsche Beschränkungen - internationale Erfüllung" am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität in München. "Mit den Behandlungsmöglichkeiten in Deutschland erreichen wir eine Schwangerschaftsrate von 20 bis 30 Prozent. Im Ausland liegt diese viel höher - bei 40 bis 50 Prozent", beschrieb Prof. Christian J. Thaler von der Frauenklinik die Problematik.</P><P>Der "Befruchtungs-Tourismus" entstehe durch die Tatsache, dass es hierzulande per Gesetz nur erlaubt ist, maximal drei Eizellen zu kultivieren. Diese in vitro fertilisierten (IVF), also im Reagenzglas befruchteten Eizellen müssen spätestens am dritten Tag zurück in die Gebärmutter transferiert werden.</P><P>Im Ausland gibt es diese Begrenzung der befruchtetenEizellen nicht. Dort werden jeweils mindestens sechs Eizellen kultiviert und ihre Entwicklung bis zu fünf Tageng beobachtet. Denn in dieser Frühphase des menschlichen Lebens treten häufig Entwicklungsstörungen auf, die ein erfolgreiches Einnisten in die Gebärmutter verhindern. Die bestentwickelte Eizelle wird dann transferiert, wodurch nach Angaben des Mediziners die Erfolgschance auf eine Schwangerschaft steigt. Thaler: "Eine Lockerung der deutschen Gesetze würde nicht nur eine Optimierung der Behandlung deutscher Paare bewirken, sondern auch den Gang ins Ausland unnötig machen."</P><P>Internet<BR>Gynäkologisches Lexikon: www.gyn.de/kinderwunsch/ivf2.php3<BR>Frauenklinik Großhadern: http://gyngh.klinikum.uni-muenchen.de<BR></P>

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