Mehr über Qualität statt über Gebühren sprechen

- Die mögliche Einführung von Studiengebühren steht nach Ansicht der Technischen Universität (TUM) zu sehr im Mittelpunkt der Diskussion um das "ExcellenTUM"-Konzept. "Diese Diskussion wird uns leider aufgezwungen, unter anderem von den Medien", beklagte TUM-Kanzler Ludwig Kronthaler am Montag bei der öffentlichen Vorstellung der Ergebnisse aus dem Internet-Forum und drei vorangegangenen Diskussionsrunden um das Papier, mit dem die TUM bessere Studienbedingungen schaffen will.

<P> Die Qualitätsverbesserung müsse stärker in den Vordergrund rücken, forderten Studierende und Lehrende der Hochschule bei der Ergebnis-Präsentation im Audimax auf dem Stammgelände. Fragen wie "Was ist Qualität? und "wie ist sie messbar?" seien in der Diskussion vielfach gestellt worden, berichtete Kronthaler. Eine Antwort könne die neunköpfige Kommission nicht liefern. "Es ist Aufgabe der Fakultäten, den Begriff eines Qualitätsstudienganges weiter zu präzisieren", betonte der Kanzler.<BR><BR> Das ExcellenTUM-Team wolle jedoch dazu beitragen, die Qualitätsverbesserung an der TUM zu systematisieren. Deshalb wolle es nun "eine Art Handbuch zur sofortigen Umsetzung von Qualitätsverbesserungen" erarbeiten, versprach Kronthaler.<BR><BR> Ein weiteres Thema bei dem Meinungsaustausch seien Fragen zur Finanzierung gewesen. Vor allem die soziale Gerechtigkeit sehen viele, die sich im Forum (www.excellentum-forum.de) oder bei den Diskussionen geäußert haben, durch die geplanten Bildungsbeiträge gefährdet. Nach den Plänen von "ExcellenTUM" soll unter anderem ein Stipendiensystem die Studenten bei ihrer Ausbildung unterstützen.<BR><BR>Stipendiensystem zur Finanzierung<BR><BR> In einigen Beiträgen seien jedoch Zweifel an der Beschaffbarkeit einer großen Anzahl von Stipendien zum Ausdruck gekommen. Diesem Einwand begegnete Kronthaler mit Optimismus: "Hier muss man neue Wege gehen. Vor wenigen Jahren hielt es schließlich auch noch niemand für möglich, dass wir erfolgreich Fundraising betreiben können."<BR><BR> Die Anregungen aus der öffentlichen Auseinandersetzung will die Projektgruppe in den nächsten Wochen in ihr Konzept einarbeiten. Um die Akzeptanz der im ExcellenTUM-Papier vorgesehenen Bildungsbeiträge zu erhöhen, müsse man sie "stärker von schlechten Gebührenmodellen abgrenzen", so der Kanzler. Im Brennpunkt stehe zudem die politische Wirkung des Konzeptes: "Meine größte Sorge ist, dass wir zum Wegbereiter eines staatlichen Rückzugs aus der Hochschul-Finanzierung werden."</P>

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