Mehr Vorlesungen per Mausklick

- Die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) will ihr Studienangebot innerhalb der nächsten fünf Jahre mehr als verdreifachen. Jeder Student der 36 Hochschulen, die an der vhb beteiligt sind, solle bis zum Studienjahr 2011/2012 mindestens eine Lehrveranstaltung übers Internet besuchen können, plant Professor Godehard Ruppert, Präsident der Virtuellen Hochschule.

Online-Vorlesungen entlasten Massenfächer

Das Ziel, in jedem Studiengang virtuelle Seminare und Vorlesungen anzubieten, sei allerdings nur zu erreichen, wenn der Freistaat die vhb weiterhin fördere, betonte Ruppert auf einem Kongress zur Zukunft der Virtuellen Hochschule. 3,6 Millionen Euro an Staatsmitteln sind laut einer internationalen Expertenkommission jährlich zum Erhalt der vhb notwendig.

2004 war die Virtuelle Hochschule in die Schlagzeilen geraten, weil Finanzminister Kurt Faltlhauser der Einrichtung die Mittel sperren wollte. Mit ihrem Lehrangebot, das die Studenten von ihrem heimischen Computer aus nutzen können, will die vhb unter anderem veränderten Studienbedingungen Rechnung tragen, wie Ruppert erklärt. Immer mehr Studenten müssten nebenher viel arbeiten und könnten deshalb nicht regelmäßig im Hörsaal sitzen.

Viele seien auch durch Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen zeitlich eingeschränkt. Zudem könnten Onlinekurse die Hochschulen "gerade in Standard- und Massenfächern spürbar entlasten", sagte Ruppert. Wissenschaftsminister Thomas Goppel pflichtete bei: "Hochschulen, die vhb-Kurse einsetzen, machen so Lehrkapazitäten frei, die dann für andere Bereiche der Lehre genutzt werden können."

Zur Weiterentwicklung der vhb soll ein Bündnis mit der Finnischen Virtuellen Univer-sität beitragen. Beide Einrichtungen wollen sich gegenseitig beraten und Kurse und Unterrichtsmaterialien austauschen. Die Finnen gelten als Vorreiter beim E-Learning. Im vergangenen Wintersemester nahmen an den 167 Kursen der vhb 9100 Studenten teil. Da viele Hochschüler mehrere Vorlesungen und Seminare besuchten, verzeichnete die Virtuelle Hochschule rund 25 000 Belegungen.

Ein Jahr zuvor waren es noch 8600 Belegungen. Das Angebot umfasst derzeit Kurse unter anderem in Medizin, Sozialer Arbeit, Jura und Ingenieurwissenschaften.

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