Was den Menschen vom Tier unterscheidet

- Vor 50 Jahren entdeckten James D. Watson und Francis H. Crick, dass die Erbinformationen in der menschlichen Zelle, die DNA, sich in einer doppelsträngigen Struktur darstellt. Diese Doppelhelix ist gleichzeitig auch die Anleitung für ihre Vermehrung. Die mit den Medizin-Nobelpreis gewürdigte Entdeckung begründete die moderne Genforschung und Biotechnologie.

<P>Inzwischen ist der Mensch genetisch entschlüsselt. Und gar nicht so einzigartig. Er teilt sich mit seinem nächsten Verwandten, dem Schimpansen, mehr als 98 Prozent der gleichen Gene. Ja selbst mit einem pflanzlichen Lebewesen wie der Lilie hat er noch 30 Prozent der Erbinformationen gemeinsam, wie der Genforscher Prof. Ernst-Ludwig Winnacker bei einer Tagung über die neuen Wege der Biotechnologie an der TU München berichtete. </P><P>Was aber unterscheidet den Menschen von den anderen Spezies? Denn "trotz der frappanten Ähnlichkeit der Genome sind wir doch ganz verschiedene Organismen", so Winnacker: "Kein Mensch und kein Schimpanse würde auf die Idee kommen, beide miteinander zu verwechseln." </P><P>Die Summe aller genetischer Informationen eines Lebewesens ist sein Genom. Unser Genom ist heute auch entschlüsselt. Man kennt die Gene mit der Abfolge ihrer Bausteine (Aminosäuren), weiß, dass Proteine wichtige Schaltfunktionen wahrnehmen. Aber das ist erst der Anfang einer ganz neuen Forschung, die auch die Proteomik (Gesamtheit der Proteine) einbezieht. </P><P>Die Analyse der Wirkungsmuster von Genen, wie sie am Max-Planck-Institut für Anthropologie in Leipzig durchgeführt wird, zeigte auch Unterschiede: Es werden einzelne Gene oder Gen-Gruppen im Laufe der Entwicklung zum Schimpansen oder zum Menschen angeschaltet. Winnacker: "Es sind nicht die Gene und auch nicht ihre Produkte, die über die Ausbildung einer Spezies entscheiden, sondern die Qualität ihrer Wechselwirkungen." </P><P> </P>

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